Petersbirne.
Reifezeit: Mitte Juli bis Anfang August.
Name und Heimat: Die Petersbirne ist schon 1799 von Sickler im„deutschen Obstgärtner“ (Band II, Seite 153) beschrieben und scheint danach in Altenburg verbreitet gewesen zu sein. Es scheint fast, als ob sie mit der Hannoverschen Jakobsbirne(Ill. Handbuch Nr. 83) gleich wäre, wenn auch die Durchschnittszeichnung von der als Petersbirne unter Nr. 264 des IlI. Handbuches beschriebenen Sorte wesentlich abweicht. Sie geht in Sachsen auch unter dem Namen: Großvaterbirne, Weizen- birne, Lorenzbirne, rote Margaretenbirne; in Schlesien führt sie den Namen: Honigbirne.
Gestalt: Klein, 4 ½—5 cm breit, 5— 6 cm lang, mittel- bis stielbauchig, kreiselförmig, nach dem Stiel zu ein klein wenig eingeschnürt nach dem Kelch zu abgeplattet. Sie kommt auch in etwas längerer Form vor.
Kelch: Offen, mit dicken, hornartigen, lang zugespitzten und dunkelbraunen Kelchblättchen. Der Kelch sitzt in einer flachen Vertiefung und ist von kleinen Beulen umgeben.
Stiel:- Dick, 2 ½— 3 em lang, in flachen Grübchen, nach dem Fruchtkuchen hin bräunlich, nach der Frucht zu grünlich gefärbt, mitunter durch einen Fleischhöcker etwas seitlich gedrückt, obenauf sitzend.
Schale: Derb, von dunkelgrüner, in der Vollreife grünlichgelber Grundfarbe, die aber meist nur bei Schattenfrüchten hervortritt. Die von der Sonne beschienenen Früchte sind in der Regel mit düsteren, bräunlich roten Streifen überzogen. Bei vielen Früchten findet sich auch ein zimmetfarbiger Rost vor, der sich nach dem Stiel zu verdichtet und dunklere, mit roten Kreisen umgebene Punkte hervortreten läßtt.
Fleisch: Weißlich-gelb,(heller als auf der farbigen Abbildung) von würzigem, süßem Geschmack; recht saftreich und fast ohne Steine.
Kernhaus: Kaum angedeutet, ein wenig hohlachsig. Die Kammern sind eng und mit länglich zu— gespitzten, hellbraunen, oft tauben Kernen gefüllt.
Eigenschaften der Frucht.
Obschon die Petersbirne nur örtliche Bedeutung hat, so genügen die Eigenschaften, die man ihr mit Recht nachrühmt, um sie auch weiteren Kreisen bekannt zu geben. Im Königreich Sachsen und in Thüringen zählt sie zu den wertvollsten Frühbirnen und erzielt in den Industrie- gebieten des Erzgebirges, im Voigtland und in den größeren Städten Sachsens Preise, gegen die selbst unsere geschätzten Birnensorten wie Gute Louise, Charneu u. s. w. weit zurückstehen müssen. Ihre Reife fällt in eine Zeit, in der die Nachfrage nach Birnen groß ist. Gleich nach der Muskatellerbirne und kurz vor der Leipziger Rettigbirne ist die Petersbirne die Sorte, die den Markt beherrscht. Trotz ihrer etwas düsteren, nicht gerade sehr ansprechenden Farbe findet sie überall auf dem Markte willige Käufer. Die rechte Pflückzeit beeinflußt allerdings den Geschmack wesentlich. Im Gegensatz zu den meisten anderen Birnensorten sollte man die Früchte auf dem Baume ausreifen lassen und erst kurz vor dem Verbrauch ernten. Zwar verkürzt das ihre Halt-— barkeit, erhöht aber wesentlich ihren Wohlgeschmack. Acht bis 14 Tage lassen sich die Früchte aufbewahren, wenn sie zur rechten Zeit vom Baume genommen werden. Bei der dichtbelaubten Krone hängen sie sturmsicher.
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