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Lfg. 1 (1905) - (19XX) Deutschlands Obstsorten. Lfg. 1 (1905) -
Entstehung
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derselben auf dem Lager. Wenn die Bäume an geschütztem Standort sich befinden und die Sturmgefahr nicht vorhanden ist, so sollte die Ernte immer erst Mitte Oktober vorgenommen werden. Die Frucht hält den Versand gut aus. Die Haltbarkeit ist eine ziemlich lange, aber die beste Verbrauchszeit ist um Weihnachten.

Eigenschaften des Baumes.

Der Gelbe Richard gehört zu den anspruchsvollsten Obstsorten. Er verlangt einen tief. gründigen, warmen, niemals an Trockenheit leidenden Boden und eine warme geschützte Lage. In der Nähe der Meeresküsten und an Flußläufen, wo die Luft mit Feuchtigkeit gesättigt ist,

entwickelt sich nicht nur das schöne Aroma in der Frucht am vollkommensten, sondern die Gefahr des frühen Abfallens der Früchte ist hier auch nicht so groß. Er bildet in der Baum- schule gerade, gutverzweigte Stämme. Sein Wachstum ist nicht besonders stark, aber hoch- strebend. Die Krone baut sich hochkugelig auf, das Blatt ist ziemlich klein und spitz, die Frucht- holzbildung ist kurz, die Augen treiben nach einem Rückschnitt der Leittriebe regelmäßig aus. Die Tragbarkeit setzt ziemlich spät ein und ist selten eine reiche zu nennen. Man baut den Gelben Richard in der Regel als Hoch- oder Halbstamm; auch Buschbaumpflanzungen würden zu empfehlen sein, während er zur Formbaumzucht sich weniger eignen dürfte.

Die Blütezeit fällt in die Mitte des Monats Mai, ist also mittelfrüh und währt ziemlich lange