Gelber Richard.
Reifezeit: Oktober bis Januar.
Name und Heimat: Der Gelbe Richard ist eine alte deutsche Apfelsorte deutschen Ursprungs, die fast nur unter diesem Namen bekannt ist. In Mecklenburg, Holstein, Ostfriesland und Hannover, wo er viel verbreitet ist, nennt man ihn auch Grand Richard.
Gestalt: Mittelgroß, hochgebaut, 70— 85 mm hoch, 65—75 mm breit, stielbauchig, nach dem Kelch hin stumpfkegelförmig, nach dem Stiele zu abgeplattet.
Kelch: Halboffen, zuweilen offen. Die langen Kelchblättchen sind am Grunde grünlich behaart, nach der Spitze zu bräunlich und weit zurückgeschlagen. Die flache, enge Kelcheinsenkung wird von kleinen Fältchen begrenzt. Fünf flache Rippen ziehen sich meist über die ganze Frucht hin und geben dem Apfel im Querschnitt ein etwas eckiges Aussehen.
Stiel- Kurz, nicht über die Stielhöhle hervorragend, 5— 10 mm lang, grün, etwas wollig, in enger, graubraun berosteter Stielhöhle.
Schale: Grünlichweiß, später zitronengelb, zart, glatt und geschmeidig, mit einem bläulich weißen, wachsartigen Ueberzuge. Ziemlich regelmäßig verteilt finden sich zahlreiche charakteristische große, weiße Punkte vor, die auf der unreifen und im Schatten hängenden Frucht besonders deutlich hervortreten und ein sicheres Erkennungszeichen für die Sorte bilden. Bei der reifen Frucht verblassen sie etwas. Die Sonnenseite ist mit einer gestrichelten Röte, die einen Ton ins Violette hat, zart überzogen.
Fleisch: Reinweiß, sehr zart, von äußerst aromatischem Wohlgeschmack, weinsäuerlich und sehr saftreich.
Kernhaus: Elliptisch geformt, meist hohlachsig. Die Kernkammern, deren oft nur vier vorhanden sind, enthalten eine große Zahl meist gut ausgebildeter, länglich zugespitzter Kerne und sind geräumig.
Eigenschaften der Frucht.
Der Gelbe Richard ist neben dem norddeutschen Gravensteiner, dem er in bezug auf Fein- heit im Geschmack und Geldwert ebenbürtig zur Seite gestellt wird, entschieden einer der ge- suchtesten Aepfel. Aber die Faulheit im Ernteertrage hat er ebenfalls mit dem Gravensteiner gemein, und deshalb muß sein Anbau immer ein beschränkter bleiben. Er erlangt seinen eigenartigen Wohl- geschmack nur in der norddeutschen Tiefebene und ist in Holstein, Mecklenburg, Pommern und Hannover viel verbreitet, während er in West- und Süddeutschland meist nur in den Sortengärten angetroffen wird. Hier fehlt ihm die Frische; er schmeckt fade. Die Früchte bilden sich sehr ungleichmäßig aus und leiden sehr vom Fusicladium. Die Früchte sitzen sehr locker am Baum und werden schon beim ersten Sturme abgeschlagen. Die Folge davon ist ein baldiges Welken
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