Teil eines Werkes 
Lfg. 1 (1905) - (19XX) Deutschlands Obstsorten. Lfg. 1 (1905) -
Entstehung
Einzelbild herunterladen

4

Gravensteiner besonders charakteristische, eigenartig schöne Duft fehlt. Er hat mehr Wirtschafts als Tafelwert, wird aber bei bescheidenen Ansprüchen auch noch als Tafelfrucht gern genossen. Von Bäckern und Konditoren wird er mit Vorliebe zur Herstellung von Apfelkuchen gekauft.

Es gibt offenbar auch von dieser Sorte eine große Zahl von Abarten. Aber auch die Früchte desselben Baumes werden in verschiedenen Jahren ganz verschieden. Stets ist die Frucht aber unregelmäßig geformt. Die Früchte wachsen meist gut aus, so daß es bei der Ernte nur ge- ringen Ausfall gibt. Sie sind aber in trockenen Lagen den Verheerungen durch Stürme ausge- setzt und dürfen nicht zu spät geerntet werden. Die ersten Tage des September sind die geeig- netste Pflückzeit. Trotz frühzeitiger Ernte braucht man ein Welken auf dem Lager nicht zu fürchten, bis zum Februar bleibt der Geflammte Cardinal bei richtiger Aufbewahrung frisch und straff. Da die Schale ziemlich fest ist, so verträgt er den Versand sehr gut.

Eigenschaften des Baumes.

In der Baumschule zeichnet sich diese Sorte durch kräftigen Wuchs aus, das Laub hat eine robuste Gestalt, ist ebenso wie die jungen Triebe stark wollig. Die Stämme besitzen eine eigentümlich gelbliche Schale.

Die einjährige Krone wächst gut aufrecht, nimmt aber mit zunehmendem Alter bald eine breite Gestalt an, die bei eintretender Tragbarkeit einen hängenden Charakter bekommt. Zum Anbau an Straßen eignet sich der Geflammte Cardinal deshalb nicht, und für die Bearbeitung des Bodens mittels Gespannes ist der Hochstamm dem Halbstamm vorzuziehen.

Für die Formbaumzucht hat der Cardinal keine Bedeutung, da die Ausbildung der Früchte am Hochstamm nichts zu wünschen übrig läßt. Er bildet langes Fruchtholz.

Die Blüte beginnt früh, dauert lange und zeigt sich gegen äußere Einflüsse widerstands- fähig. Deshalb ist die Fruchtbarkeit auch eine regelmäßige.

:;ÿÿ·'