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Kaiser Alexander.
Reifezeit: September bis Dezember.
Name und Heimat: Der Kaiser Alexander ist eine sehr bekannte und weit verbreitete, aus Ruß- land stammende Sorte, die in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts nach Deutschland eingeführt wurde. In Deutschland ist sie fast nur unter vorstehendem Namen verbreitet, während sie von Diel und Dietrich im Anfang des vorigen Jahrhunderts auch unter dem Namen Aporta Nalivia beschrieben und abgebildet wurde. In Bayern kommt sie auch unter dem Namen Allerweltsapfel vor.
Gestalt: Meist sehr groß, 90— 110 mm breit, 75— 90 mm hoch. Trotzdem die Frucht mehr breit als hoch ist, erscheint sie infolge ihrer nach dem Kelch hin starken Verjüngung verhältnismäßig hoch gebaut. Die größte Breite hat sie nach dem Stiel zu. Die Spitze endet in einem stumpfen Kegel.
Kelch: Breitblättrig, halboffen oder geschlossen. Die Kelchblättchen sind grünlich-braun, behaart und sitzen in einer tiefen, schüsselförmigen, mit flachen Rippen und Falten umgebenen Einsenkung.
Stiel- Bräunlich, mitteldick, meist kurz(15— 25 mm), in sehr tiefer, trichterförmiger, mit strahlen-
förmigem Rost umgebener Höhle. Schale: Glatt und glänzend, von hellgelber Grundfarbe, die bei den Schattenfrüchten zahlreiche grün-
liche, feine Punkte erkennen läßt. Die Sonnenseite ist mit prächtigem Rot, in dem sich dunklere Streifen deutlich abheben, ganz überzogen. Stark von der Sonne beschienene Früchte erscheinen fast ganz rot marmoriert. Ein feiner, bläulicher Duft, welcher die unberührten Früchte bedeckt, erhöht die Schönheit
der Frucht. Die Schale der reifen Frucht fühlt sich fettig an. Fleisch: Weiß, locker und mürbe, saftig, aber wenig gewürzt, von süßweinigem Geschmack. Kernhaus: Groß, breitzwiebelförmig, mit engen Kammern, in denen sich wenige gutausgebildete,
flache, aber breite Kerne befinden.
Eigenschaften der Frucht.
Der Kaiser Alexander ist eine Paradefrucht allerersten Ranges. Es gibt kaum eine zweite Apfelsorte, welche ihn an Größe und an Schönheit der Farbe übertrifft. Es ist kein Wunder, daß die Obstliebhaber durch die weithin leuchtenden Früchte von auffallender Größe auf Aus- stellungen angelockt, sich entschließen, diese Sorte anzubauen. Dadurch hat der Alexander eine mit der Güte der Frucht nicht ganz im Einklang stehende, weite Verbreitung gefunden. Als Schaufrucht ist sie allerdings unübertroffen und wird als solche auch zu sehr hohen Preisen verkauft, aber sie hat eine sehr üble Eigenschaft. In ihrer tiefen Stielhöhle sammelt sich das Regenwasser und ruft von da aus schon am Baum ein Faulen der Frucht hervor. In nassem Sommer und an feuchtem Standort kommt es vor, daß die Ernte bis zur Hälfte dadurch bereits am Baume entwertet ist.
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