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in den Haupttrieb und bringt diesen schnell in die Höhe. Der starke Wuchs bleibt auch dem älteren Baum erhalten, zumal da weder Fusicladium noch Mehltau oder sonstige Krankheiten schwächend dazwischentreten. Croncels ist eine von den wenigen Sorten, die in dem strengen
Winter 1879/80 vom Frost verschont geblieben sind. Dieser Umstand und die vielen sonstigen
guten Eigenschaften sollten den Obstzüchter bestimmen, eine Massenverbreitung dieser Sorte in umfangreichstem Maße zu bewirken. Sie sollten auch dem Züchter von Neuheiten Veranlassung geben, durch Kreuzungsversuche diese Eigenschaften zu vererben. Das Blatt ist äußerst gesund und groß, nach der Spitze hin sehr breit, so dass es abgestumpft erscheint. Die Blattrippen besitzen, namentlich auf der filzigen Unterseite, eine auffallend rötliche Färbung, die Triebe haben dunkles, stark punktiertes Holz.
Die Blüte beginnt früh und ist gegen Nässe nicht empfindlich.
In zu trockenem Boden bleiben die Früchte in ihrer Ausbildung zurück, sonst stellt der Apfel aus Croncels an den Boden keine besonderen Ansprüche.
In Norddeutschland ist er bisher weniger verbreitet als in Süddeutschland. Speziell in Württemberg und Rheinhessen wird er zu Neupflanzungen viel verwendet. Er ist für alle Baum- formen verwendbar, bildet kurzes Fruchtholz und gibt auch schöne Straßenbäume. Infolge seines starken Wuchses wird man ihn für Busch- und Formbäume besser auf Johannis- als auf Splitt— apfel veredeln.
Altere Bäume zur Herstellung von Photographien ausfindig zu machen, war leider nicht möglich. Das Bild der Beilage ist nach einem Baum aus den Freiherrlich von Friesenschen Obstanlagen in Rötha angefertigt. Für das Textbild hat ein vor 3 Jahren umgepfropfter Baum aus den Fischerschen Anlagen in Schönborn bei Eutin gedient.
Schlechte Eigenschaften
besitzt der Apfel aus Croncels nach allen bisher gemachten Erfahrungen nicht.


