Teil eines Werkes 
Lfg. 1 (1905) - (19XX) Deutschlands Obstsorten. Lfg. 1 (1905) -
Entstehung
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bis der Geschmack der Früchte bei der Auswahl in den Vordergtund tritt. Dann wird der Lord Grosvenor vielleicht verschwinden, denn er ist nichts weiter als ein guter Wirtschaftsapfel.

Durch Auspflücken der reiferen Früchte wird man fast nur große Früchte ernten und deshalb sollte man beim Lord Grosvenor ein öfteres Durchpflücken befolgen, im übrigen ihn so bald wie möglich zum Verkauf bringen, weil er außerordentlich dazu neigt, stippig zu werden. Diese Stippen treten aber besonders bei der längeren Lagerung hervor und machen die Früchte dann wertlos. Aus diesem Grunde sollte man im September, sobald bessere Sorten auf den Markt kommen, den Vorrat geräumt haben.

Die zarte Schale ist gegen den Druck sehr empfindlich. Bei der Sorglosigkeit, mit der auch jetzt noch leider zumeist der Obstversand gehandhabt wird, bietet der Grosvenor wenig Sicher- heit, in einer Beschaffenheit in die Hand

der Käufer zu gelangen, daß er sich längere Zeit hält.

Eigenschaften des Baumes.

Eine von Kraft strotzende Belaubung zeichnet den Lord Grosvenor aus. Fest und groß ist das Blatt und leistet dem Angriff von Pilzen und sonstigen Schäd- lingen Widerstand. Ueppiger Wuchs erfreut jeden, der ein Stämmchen dieser Sorte

besitzt. Diese kräftige Triebentwicklung bleibt trotz und neben der sehr früh eintretenden Fruchtbarkeit erhalten, ge- rade als ob die Früchte bei ihrer Weiter- entwicklung dem Baume gar keine Nähr- stoffe entzögen. Es ist erstaunlich, in den Grosvenor-Reihen der Baumschulen selbst am einjährigen Holze Büschel voll ent- wickelter Früchte hängen und daneben die starken Triebe zu sehen.

Der Buschbaum ist in erster Linie die in Frage kommende Form für den

Grosvenor, obgleich die Früchte auch am Halb- und Hochstamm fast die gleiche Entwicklung erlangen. Zum Umpfropfen altersschwacher oder aus anderen Gründen nicht einträglicher Sorten ist der Grosvenor vielfach verwendet worden. Die Beilage zeigt auch einen solch umgepfropften Baum dieser Sorte aus den rühmlichst bekannten Obstanlagen des Herrn Fischer in Schönborn bei Eutin. Sie läßt die Fülle der Früchte und dabei das straffe, aufrechte Wachstum sehr deutlich erkennen. Das Textbild ist nach einem Baume aus den Freiherrl. von Friesenschen Anlagen in Rötha angefertigt. Ob Wildling oder Splittapfel oder Johannisapfel die Unterlage bildet, immer zeigt sich die Sorte dankbar. Ob die Lebens- dauer eine große sein wird, ist fraglich. Man sollte annehmen, daß sie sich bald erschöpfen würde. Die ältesten größeren Pflanzungen, die zumeist auf die Empfehlung des Herrn Freiherrn