Lord Grosvenor. Reifezeit: August, September.
Name und Heimat: Lord Grosvenor ist eine vor etwa 20 Jahren aus England eingeführte Apfel- sorte, die in letzter Zeit ungemein starke Verbreitung gefunden hat. Sie führt nur diesen Namen.
Gestalt: Sehr groß, 90— 100 mm hoch, 70— 90 mm breit. In der Form wechselt die Frucht; sie ist in der Regel hoch gebaut, nach dem Kelch zu verjüngt, mitunter auch ziemlich rundlich. Die größte Breite liegt aber in der unteren Hälfte der Frucht. Der Längsschnitt zeigt meist ungleiche Hälften.
Kelch: Großblätterig, geschlossen, die Kelchblätter sind breit und wollig behaart, in den Spitzen nach auswärts gebogen. Kelcheinsenkung ziemlich flach, von starken, kalvillartigen Rippen umgeben, die sich über die ganze Frucht erstrecken. In der Regel sieht man in der Umgebung des Kelches auffallend starke Fleischwülste hervortreten, die der Frucht ein unregelmäßiges Aussehen geben. Auf der farbigen Abbildung ist dies zu wenig sichtbar.
Stiel: Mittelstark, holzig, etwa 20 mm lang, in flacher Einsenkung.
Schale: Glänzend, schon am Baume hellgelb, fettig. Sparsam verteilte Tupfen treten nur wenig hervor. Geruch kaum bemerkbar.
Fleisch- Sehr locker und mürbe, grünlichweiß; zwar saftig aber wenig gewürzt. Der weinsäuerliche Geschmack verliert sich sehr bald auf dem Lager, das Fleisch wird leicht mehlig.
Kernhaus: Sehr groß und zerrissen, mehr langgestreckt als breit. Die Kernkammern haben eine halbmondförmige Gestalt. Die kurzen, scharf zugespitzten Kerne sind dunkelbraun, zuweilen unvollkommen entwickelt.
Eigenschaften der Frucht.
Es gibt wenige Sorten, die in den letzten Jahren mit so warmer Empfehlung in Fachzeit- schriften und Baumschulverzeichnissen angepriesen wurden, wie dies mit dem Lord Grosvenor geschehen ist. Zwei Jahrzehnte nach seiner in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts erfolgten Einführung in Deutschland ist er unbeachtet geblieben, um danach mit um so größeren Lobpreisungen zur allgemeinen Anpflanzung in Vorschlag gebracht zu werden. Ob die Eiwar- tungen auf die hohen Geldsummen, die man mit seinem Anbau zu erlangen hofft, in Erfüllung gehen werden, oder ob sie nicht vielmehr einen Augenblickserfolg darstellen, wird die Zukunft lehren.
Die Größe der Frucht, verbunden mit ihrer frühzeitigen Reife, wirken bestechend, noch viel mehr ist es aber die ungewöhnliche Fruchtbarkeit, die alle Welt beim Anblick gerade junger tragbarer Bäume begeistert. Im Gegensatz zu anderen großfrüchtigen Apfelsorten wie z. B. Grahams Jubiläumsapfel, Lord Suffield und anderen kann der Lord Grosvenor mit den ersten Frühäpfeln, schon anfangs August, auf den Markt gebracht werden. Unter diesen ersten ist er entschieden der größte. Es ist deshalb wohl berechtigt, die heutige Zeitrichtung, die an erster Stelle auf große Aepfel bedacht ist, auszunutzen und diese Sorte so lange anzubauen,
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