Teil eines Werkes 
Lfg. 1 (1905) - (19XX) Deutschlands Obstsorten. Lfg. 1 (1905) -
Entstehung
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Lord Suffield.

Reifezeit: Anfang September bis Oktober.

Name und Heimat: Lord Suffield ist eine aus England stammende Apfelsorte, die nur unter diesem Namen sehr viel in Deutschland angetroffen wird.

Gestalt: Groß bis sehr groß, 80 bis 95 mm hoch und etwa 80 mm breit, nach dem Kelche zu kegelförmig zugespitzt, ziemlich regelmäßig walzenförmig gebaut.

Kelch: Geschlossen; Kelchblättchen wollig, mit langen, nach außen gebogenen Spitzen. Der Kelch sitzt in ziemlich enger, flacher Einsenkung, welche von schwachen Rippen umgeben ist.

Stiel: Dick und etwa 20 mm lang, grünlich behaart, in einer tiefen und weiten Stielhöhle, die mitunter etwas berostet ist.

Schale: Hellgrün, zur Reifezeit grünlichgelb, glänzend, fast wachsartig. Vereinzelt treten weiße Punkte merklich hervor.

Fleisch: Fast weiß und locker; zwar saftig, aber ohne jegliches Aroma.

Kernhaus: Ueberaus groß und zerrissen, mit weiten Kammern, die meist je 2 ziemlich kleine, hellbraune Kerne enthalten.

Eigenschaften der Frucht.

Unter den zahlreichen Einführungen von Küchenäpfeln(Codlins), die wir aus England er- halten haben, hat der Lord Suffield lange Zeit eine große Rolle gespielt. Die Größe der Frucht, ihr regelmäßiger Bau und ihre Frühreife haben ihm die allgemeine Aufmerksamkeit zugewendet. Bei der Nachfrage nach großen Frühäpfeln, die immer weiter um sich greift, gewann der Lord Suffield in den Hausgärten bald Aufnahme. Die Färbung des Apfels, das fahle Grün der Schale, das sich zur Reife in ein blasses Gelb verwandelt, hat sonst nichts Bestechendes und auch der Geschmack des Fleisches läßt viel zu wünschen übrig. Der Wert dieses Apfels liegt auch nicht etwa in seinem Verkauf zum Rohgenuß, sondern vielmehr in seiner Brauchbarkeit als Kochapfel. Lord Suffield ist, wie die meisten Frühäpfel, ein Musapfel, und als solcher kann er auch schon vor der vollen Reife, etwa im ersten Drittel des Septembers, geerntet und ver- wendet werden, so daß er als Markthandelsapfel dem Grosvenor folgt, den er nach dessen beendigter Ernte ersetzt. Da Lord Suffield sich beim Kochen grau färbt, so wird er erst zur Geltung kommen, wenn andere weißfleischige Aepfel nicht mehr am Markte sind.

Die Früchte sind meist alle von gleicher Größe, so daß fast gar kein Ausfall bei der Ernte vorhanden ist. Die Schale ist zwar empfindlich, aber da der Versand vorgenommen werden soll, wenn die Früchte noch nicht ganz reif sind, so ist bei sorgfältiger Verpackung die Ent- stehung von Druckflecken nicht zu befürchten. Die Haltbarkeit ist beschränkt. Der Saft, welcher

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