Josephine von Mecheln.
Reifezeit: Ende Dezember bis März.
Nameèe und Heimat: Josephine von Mecheln wurde 1830 vom Major Esperen in Mecheln aus Samen gezogen und zu Ehren seiner Gattin benannt. Sie ist fast nur unter diesem Namen oder unter der französischen Uebersetzung als Josephine de Malines bekannt. Im Gothaischen findet man neben der obigen Bezeichnung auch den Namen„Winterkönigin“ und„Königliche Winterbirne“.
Gestalt. Klein bis mittelgroß, kreiselförmig gebaut, am Kelche breit abgeplattet, nach dem Stiel zu gleichmäßig verjüngt und stumpf zugespitzt, 6—7 cm lang, 5—6 cm breit. Hälften meist ungleich.
Kelch. Offen, in einer gleichmäßigen, ziemlich flachen Einsenkung. Kelchblättchen am Grunde fest und grünlich gefärbt, in eine dünne, ziemlich lange, schwärzliche Spitze auslaufend.
Stiel- Gelbbraun, 2— 2 ½ cm lang, am Fruchtkuchen stark verdickt, nach dem unteren Ende viel- fach mit einem Auswuchs versehen. Der Stiel sitzt meist schief, wie eingesteckt und wird von einem Fleischwulst der Frucht zur Seite gedrückt.
Schale:- Bei der baumreifen Frucht gelblichgrün, später zitronengelb, mit vielen feinen Punkten reich übersät. Am Stiel fast regelmäßig mit strahlenförmigem Rost versehen. Auch am Kelch und auf der übrigen Schale der Frucht finden sich vereinzelt feine Rostfiguren und Rostplatten. Auf der Sonnen- seite ist mitunter ein Anflug von Röte bemerkbar.
Fleisch: Dort, wo die Birne unter passenden Verhältnissen gezogen wurde, ist ihr Fleisch lachs-— farbig und saftig, und es besitzt dann einen sehr feinen, süßweinigen, gewürzten Geschmack. Die Färbung des Fleisches ist ein Maßstab für den für sie erforderlichen Standort und Boden.
Kernhaus: Meist geschlossen, mitunter etwas hohlachsig, von einer Kette feiner Körnchen, die den schmelzenden Geschmack kaum beeinträchtigen, umgeben. Kammern flügelförmig, mit großen und vollkommenen, dunkelbraunen Kernen gefüllt.
Eigenschaften der Frucht.
Wenn die Früchte der Josephine nicht zu klein wären, würde die Sorte für den Massen- bau überaus empfehlenswert sein. In der Haltbarkeit wetteifert sie mit den spätesten Sorten der bevorzugtesten Gegenden. Im Geschmack befriedigt sie auch den verwöhntesten Gaumen. In Nord und Süd, Ost und West wird sie fast immer, selbst in sonnenarmen Jahren, schmelzend. Sie verdient mit Recht die Bezeichnung„Butterbirne“. Klein aber fein! Diese Bezeichnung paßt für die Josephine. Allein kleine Früchte finden bei den Käufern unserer Zeit zu wenig Anklang. Deshalb ist auch der Massenbau dieser im Geschmack köstlichen Sorte mit Vorsicht zu betreiben.
Die Früchte entwickeln sich in guten, nahrhaften Bodenverhältnissen gleichmäßig. Dagegen hat man auf trockenem Boden viel Ausfall. Die Ernte muß möglichst spät, Mitte bis Ende Oktober vorgenommen werden. Bei früherer Abnahme welken die Birnen auf dem Lager. Den Versand verträgt die Josephine auch noch in reifem Zustande, ohne fleckig zu werden.
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