Clairgeau's Butterbirne.
Reifezeit: Oktober bis Dezember.
Nameèe und Heimat: Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Clairgeau's Butterbirne von dem französischen Gärtner Clairgeau aus Samen gezogen. Sie erlangte durch ihre Größe und Schönheit nicht nur in ihrer Heimat, sondern auch in Belgien und Deutschland bald eine große Verbreitung. Auch in Amerika wird sie viel angebaut. Sie führt überall den gleichen Namen.
Gestalt: Sehr groß, birnförmig, zum Teil flaschenförmig, fast immer wie auf der farbigen Ab- bildung schief gebaut, nach einer Seite stark gekrümmt. Nach dem Kelch hin ist die Frucht breit und abgestumpft, nach dem Stiel zu sich allmählich verjüngend, im oberen Drittel ein wenig eingeschnürt. Die Größe richtet sich nach dem Standort und nach den Ernährungsverhältnissen. Früchte von 500 gr. Schwere sind nicht selten. Genaue Zahlen für die Größe lassen sich schwer angeben.
Kelch. Meist hornartig, weit offen, in ganz flacher, enger, mit schwachen Rippen umgebener Einsenkung.
Stiel- Kurz und dick, oben und unten besonders verdickt, fleischig, meist immer schief eingesetzt, fast oben aufsitzend oder in ganz flacher Vertiefung. Die Frucht hat am Stielansatz in der Regel eine wulstige Verdickung.
Schale: Zur Zeit der Baumreife schmutziggrün, auf der Sonnenseite braunrot. Bei der Lagerreife werden die Farben strohgelb und schön rot. Zahlreiche, stark hervortretende graubraune Punkte, die sich zum Teil zu Rostfiguren vereinigen, überziehen fast die ganze Frucht, ganz besonders auf der Sonnen- seéite und geben ihr ein vornehmes, bronzefarbiges Aussehen. Im richtigen Boden und in bevorzugter Lage kommen die prächtigen Farben der Clairgeau schon am Baume zum Vorschein.
Fleisch: Fast weiß, saftig und süß, etwas gewürzt, in der Regel nicht ganz schmelzend, sondern etwas grob und körnig, um so feiner, je mehr die richtige Pflückzeit beachtet wurde.
Kernhaus: Vollachsig, mit muschelartig geformten und im Verhältnis zur Größe der Frucht kleinen Kammern, welche mit langgestreckten, etwas höckerigen Kernen gefüllt sind. Die Umgebung des Kern— nauses ist reichlich mit Steinchen durchsetzt, insbesondere bei einem für die Sorte falsch gewählten Standort.
Eigenschaften der Frucht.
Der Baum mit seinen leuchtend goldbronzenen, großen Früchten ist eine Zierde des Gartens, und es ist für jeden Obstfreund eine Freude, ihn zu betrachten. Hohe Preise werden für die mit Recht als Schaufrucht zu bezeichnende Frucht gezahlt. Es gibt Jahre, in denen die Clairgeau, rechtzeitig gepflückt, auch den Rang einer wirklich guten Tafelfrucht erlangt. Häufig bleibt sie aber im Geschmack rübenartig und roh im Fleisch. Bei diesem zeitweiligen Gegen- satz zwischen Aussehen und Geschmack wird der Züchter daher gut tun, nicht direkt an Haushaltungen, sondern besser an Delikateßgeschäfte zu liefern.
Es ist äußerst schwer, bei der Clairgeau den richtigen Zeitpunkt des Pflückens zu treffen. In den meisten Jahren wird man schon Mitte September damit beginnen können, in südlichen, wärmeren Gegenden früher, in kühleren Lagen später. Nur von der richtig getroffenen Ernte ist es abhängig, ob die Früchte auf der Tafel schmelzend oder ungenießbar werden. Witterungs- und Bodenverhältnisse spielen für den Zeitpunkt, zu dem die Clairgeau abgeerntet werden muß, eine große Rolle. Es wäre wünschenswert, darüber weitere genauere Beobachtungen und Ver- gleiche anzustellen und zu veröffentlichen.
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