Madame Verté.
Reifezeit: Dezember bis Januar.
Nameèe und Heimat. Die Birne Madame Verté kam in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts unter diesem Namen nach Deutschland. In franzöõsischen Katalogen findet man sie außerdem als Beurré und auch Besi de Caen bezeichnet.
Gestalt. Mittelgroß, etwa 8— 9 cm lang und 6—7 em breit. Die Frucht ist regelmäßig gebaut, nach dem Kelch zu breiter, nach dem Stiele zu konisch verjüngt.
Kelch: Weit offen, von graugrüner Farbe. Kelchblättchen hornartig, am Grunde wulstig verdickt, nach oben kurz zugespitzt. Der Kelch sitzt fast obenauf und ist von flachen Falten umgrenzt.
Stiel- 2—2 ½ cm lang, stark und holzig, graugrün gefärbt, nach dem Fruchtkuchen hin stark verdickt und mit kleinen Warzen versehen, Stieleinsenkung flach, mitunter kaum bemerkbar. Bei manchen Früchten wird der Stiel durch einen Fleischwulst etwas zur Seite gedrückt, in der Regel sitzt er gerade aufrecht.
Schale. Die grünliche Grundfarbe der baumreifen Frucht geht mit zunehmender Lagerreife in mattes Gelb über, das jedoch durch einen mattglänzenden Rost, der die Frucht überzieht, fast võllig verdeckt wird. Im nördlichen Deutschland und in ungünstigen Lagen fühlt sich die Frucht mit ihrem Rostüberzug rauh an. In warmen Lagen erhält sie an der Sonnenseite auch wohl einen rötlichbraunen, goldfarbigen Anflug. Der Rost hat einen eigenartigen Bleiglanz.
Fleisch: Saftig und angenehm gewürzt. Das Kernhaus ist mit kleinen harten Körnchen umgeben, im übrigen ist das Fleisch schmelzend und gelblichweiß gefärbt.
Kernhaus: Hohlachsig, mit geräumigen Kammern. Kerne langgestreckt, schwarzbraun gefärbt.
Eigenschaften der Frucht.
Die Madame Verté gehört zu den wenigen Winterbirnen, die auch noch in Norddeutschland regelmäßig ihre Vollreife erlangen. Dies allein macht sie schon sehr wertvoll. Denn um die Weihnachtszeit und über diese hinaus fehlt es uns in Deutschland an gewürzten Birnensorten. Leider hat unsere Sorte keine freundlichen Farben. Ihre düsterfarbige Schale besticht nicht ge- rade die Käufer, leuchtend gefärbte Früchte erobern sich den Obstmarkt weit leichter.
Wie alle Winterbirnen muß auch Madame Verté spät geerntet werden, wenn ihre Früchte auf dem Lager straff bleiben sollen. Genußreif wird sie Anfang Dezember.
Einen Uebelstand besitzt die Frucht aber darin, daß sie leicht im Innern teigig wird, ohne daß irgend welche äußeren Merkmale es verraten. Sie muß daher im Obstkeller genau beobachtet werden. Unsere Berichterstatter aus Süddeutschland schreiben uns, daß bei früherer Ernte der Früchte diese Fäulnis weniger auftritt. Es wäre daher wünschenswert, daraufhin weitere und gewissenhafte Beobachtungen anzustellen und deren Ergebnis zu veröffentlichen.
33


