Herzogin von Angouléme.
Reifezeit: Oktober bis Dezember.
Name und Heimat. Die Herzogin von Angouléème ist französischen Ursprungs. Sie wurde zunächst nach ihrem Entdeckungsort Poire des Eparonnais benannt, später aber als Duchesse d'Angouléme verbreitet. In französischen Katalogen wird sie außerdem noch als Poire de Pézénas aufgeführt. In Deutschland ist sie nur unter der ersten Bezeichnung bekannt.
Gestalt: Groß bis sehr groß, 9—11 cm lang, 7 ½— 9 cm breit, oft ebenso breit als hoch, ab- gestumpft-kegelförmig, stark beulig.
Kelch: Offen, in verhältnismäßig tiefer, von deutlichen Falten eingefaßter Einsenkung. Kelch- blättchen kurz, grünlich gelb, zugespitzt, etwas wollig, Kelchhöhle stumpf kegelförmig, mit kleinen Beulen und vielen Körnchen umgeben.
Stiel- Dick und fleischig, an der Frucht grün, nach dem Fruchtkuchen hin braun, 2 ½—3 cm lang.
Schale- Bei der baumreifen Frucht schmutziggrün, später zitronengelb, mit zahlreichen, ziemlich stark hervortretenden, braunen Punkten überzogen. Am Kelch und Stiel, mitunter auch an anderen Stellen, sind oftmals hellbraune Rostfiguren vorhanden.
Fleisch: Weiß und bei Früchten aus warmer Lage und guten Bodenverhältnissen saftig und schmelzend, von angenehm süßweinigem, gewürztem Geschmack, sehr häufig aber grob und rübig, reich-— lich mit Steinchen durchzogen, die in der Umgebung des Kernhauses auch bei den Früchten aus bevor-— zugten Gegenden selten fehlen.
Kernhaus: Auffallend klein. Die mit gut ausgebildeten dunkelbraunen, stark zugespitzten Kernen versehenen Kammern sind schmal.
Eigenschaften der Frucht.
Die Herzogin von Angouléme ist eine für das Weinklima empfehlenswerte Sorte, dort reift die Frucht so weit aus, daß sie sich als eine gute Marktware darbietet und der Käufer durch ihren Geschmack nicht enttäuscht wird. In rauherem Klima zeitigt sie freilich wohl auch große Früchte, im übrigen läßt sie aber durch die grünliche Farbe der Schale, durch die vielen Beulen, welche die ganze Frucht unansehnlich gestalten, und vor allem durch das grobe, an Kochbirnen erinnernde Fleisch gar bald erkennen, daß die Größe nicht auch für die Güte entscheidend ist.
Bevor man sich zum Anbau dieser Sorte entschließt, sollte man daher unter ähnlichen Verhältnissen gezogene Früchte gegessen haben und nicht nach den aus dem Süden und aus Frankreich eingeführten Früchten sein Urteil bilden. Im Rheingau sowohl als auch am Nieder- rhein werden die Früchte dieser Sorte schmelzend, da erzielen sie auch die hohen Preise, die den Delikateßfrüchten eigen sind.
Je wärmer die Lage, um so früher reift die Frucht. Dadurch wird aber der Zeitpunkt, die Herzogin von Angoulème zu veräußern in eine Zeit verlegt, in welcher der Markt mit Obst überfüllt ist. Der Grundsatz, vor der Baumreife ernten, ist besonders bei der Herzogin von Angoulème zu beachten, wenn ihre Früchte nicht an Güte verlieren sollen.
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