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Ananas Renette.
Reifezeit: Ende November bis März.
Name und Heimat: Die Ananas Renette ist eine altbekannte, in ganz Deutschland verbreitete Sorte, die nur unter diesem Namen geführt wird und nach den Angaben von Dr. Lucas aus Holland
stammen soll.
Gestalt: Abgestumpft, sehr regelmäßig gebaut, mittelgroß bis klein, fast ebenso hoch wie breit, etwa 6— 7 cm im Durchmesser. Nach dem Kelch zu etwas zugespitzt, nach dem Stiel zu abgeplattet.
Kelch: Sternförmig, halboffen bis offen. Kelchblättchen grünlichbraun, stark wollig, etwas zurück- geschlagen. Kelcheinsenkung flach und breit, von feinen Fältchen umgeben.
Stiel: Dünn, aber fest, holzig, 1— 1 ½ cm lang, oft kaum aus der mäßig tiefen und weiten, lebhaft grün gefärbten, mitunter strahlig berosteten Stielhöhle hervorragend.
Schale: Ziemlich glatt, leuchtend gelb, mit zunehmender Reife goldgelb. In fast regelmäßigen Entfernungen sind über die ganze Frucht deutliche, grüne und graubraune Punkte verteilt, die mitunter eine eckige, sternförmige Gestalt haben und auf der Sonnenseite oft rötlich umrahmt sind.
Fleisch: Gelblichweiss, saftig, anfangs abknackend, später mürbe, von ausgeprägtem, an schwarze Johannisbeeren erinnerndem Aroma und kräftigem, süßweinigem Geschmack. Geruch merklich hervor-
tretend. Kernhaus: Spitzeiförmig, weit offen mit glattwandigen Kammern, die auffallend reich mit eiförmigen,
kurz zugespitzten, glänzend braunen, vollkommenen Kernen gefüllt sind. Kelchhöhle: Stumpfkegelförmig, stark wollig.
Eigenschaften der Frucht.
Die Ananas Renette zählt zu den köstlichsten unter den Tafeläpfeln. Leider entspricht die Größe der Frucht nicht ihrem Geschmack; sie wird nur mittelgroß und bleibt oft klein. Trotz- dem haben ihre wertvollen Eigenschaften sie weit und breit in Liebhaberkreisen bekannt gemacht. Jahr für Jahr bleibt sie ein stark begehrter Apfel, von dem bisher in Deutschland niemals der Nachfrage genügend angezogen wurde; er mußte deshalb in großen Mengen aus Oesterreich eingeführt werden. Der rheinische und der englische Markt sind für die Ananas Renette ganz besonders aufnahmefähig. Dort werden für den Zentner auserlesener großer Früchte oft 50 und mehr Mk. gezahlt.
In günstigen Bodenverhältnissen entwickeln sich die Früchte ziemlich gleichmäßig, sobald der Behang kein zu dichter ist Günstige Standplätze für den Anbau dieser Sorte sind aber selten und ohne diese gibt die Ananas Renette ziemlich viel Ausfall an kleinen Früchten. All- gemein klagt man, daß die Obstmade gerade dieser Sorte besonders nachstellt, so daß die Zahl fehlerfreier Früchte dadurch noch mehr verringert wird.
Vom Schorfpilz wird die Ananas Renette nie befallen, trotzdem das wollige Blatt genug Angriffspunkte für den Pilz bietet. Die Früchte hängen fest am Baum; sie sollen spät gepflückt werden, weil sie erst im Spätherbst ihre Vollkommenheit an Farbe und ihre Feinheit im Geschmack erlangen. Etwa Mitte Oktober gepflückt, wird die Ananas Renette auf dem Lager straff bleiben und bis Februar ihre Frische und Würze voll zum Ausdruck bringen. Die Ananas Renette wird schwerlich das Schicksal mancher anderen Sorte teilen, die infolge zu vieler kleiner Früchte vom Anbau ausgeschlossen wurden. Ihr eigenartiger köstlicher Geschmack, der allen, auch den kleinsten Früchten eigen ist, wird ihr dauernd einen ersten Platz im Obsthandel erhalten.
Eigenschaften des Baumes.
Wer Studien in der Erkennung von Obstsorten an ihrem Holze machen will, der mag bei der Ananas Renette zu lernen beginnen. Sie hat auffallend dicke und gedrungen einjährige, mit dichtem Flaum überzogene Triebe. Die Knospen sind dicht gedrängt um den Trieb gestellt. Der Wuchs ist stramm aufrecht, mäßig stark. Die Holzzweige mit ihren stark hervortretenden Holzaugen sind auf der Schattenseite mattgrün, auf der Sonnenseite bräunlich gefärbt.
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