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Lfg. 1 (1905) - (19XX) Deutschlands Obstsorten. Lfg. 1 (1905) -
Entstehung
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Boikenapfel. Reifezeit: Januar bis Sommer.

Name und Heimate Der Boikenapfel ist eine vornehmlich in Norddeutschland verbreitete, deutsche Sorte, die vermutlich in Bremen ihr Ursprungsland hat und im Jahre 1828 zuerst von Magister Schröder-Hamburg beschrieben wurde. Sie ist nur unter obigem Namen bekannt.

Gestalt: Mittelgroß bis groß, 79 cm breit, 57 cm hoch, flachrund, nach dem Kelch zu etwas zugespitzt. Beim Längsdurchschnitt sind die Hälften ungleich. Vom Kelch her ziehen sich fünf stark hervortretende, meist über die ganze Frucht sich erstreckende Rippen, die an die Form des Winter Kalvills lebhaft erinnern.

Kelch: Halboffen oder geschlossen, grünlich, kurzwollig. Kelchblättchen vom Grunde weit nach innen gebogen, mit den Spitzen aufrecht stehend. Der Kelch sitzt in einer engen, tiefen Einsenkung, die von starken Rippen und dazwischen liegenden Falten begrenzt ist.

Stiel: Mittellang, 1 1 ¾ cm, holzig, ziemlich dünn, braun, mit Flaum bedeckt. Die Stielhöhle ist tief und weit, oft mit strahlenförmigem Rost umgeben.

Schale: Mattglänzend, etwas fettig sich anfühlend, anfangs grasgrün, später grünlichgelb. Die Sonnenseite ist oft mit einem freundlichen Rot überzogen, in dem sich die zahlreich über die ganze Frucht verstreuten, weißen Tupfen deutlich abheben, wie es die farbige Abbildung erkennen läßt. Auf der unteren Hälfte der Frucht bemerkt man auch in weiten Zwischenräumen deutlich hervortretende, braune Pünktchen. Die Frucht ist fast ohne Duft. Sie welkt nicht.

Fleisch: Fast reinweiß, saftig, von weinsäuerlichem Geschmack, ohne besonders gewürzt zu sein, erfrischend. 3

Kernhaus: Weit geöffnet und groß, öfters zerrissen, breit zwiebelförmig, die Kammern enthalten zahllreiche dunkelbraune, eiförmige Kerne, die nach dem unteren Ende zugespitzt sind.

Kelchhöhle, Kegelförmig.

Eigenschaften der Frucht.

Der Boikenapfel gehört nicht zu den feinen Tafeläpfeln. Er wird nur infolge seines bis zum späten Frühjahr, ja selbst bis zum Sommer andauernden, frischen, schönen Aeußeren als Tafelapfel betrachtet und gehandelt.

Vollkommen ausgebildete, mit starken Rippen ausgestattete Früchte dieser Sorte werden teils aus Unkenntnis, mitunter wohl auch infolge eines etwas weiten Gewissens der Obstver- käufer als Weißer Winter-Kalvill in den Handel gebracht. Im vorgeschrittenen Reifezustande und unter günstigen Bedingungen gezogen, sieht er diesem bis zu einem gewissen Grade ähn-

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