schaften, mit denen sich auch eine vollendet regelmäßige Form vérbindet, Preise gezahlt werden, die dem Wert des Apfels, der seinem Wohlgeschmack nach keine Tafelfrucht ist, nicht entsprechen. Nur wer sich an einem erfrischenden Apfel genügen läßt, den wird der Edelapfel befriedigen können. Für den Geschmack vieler Obstfreunde wird er zu viel Säure besitzen und die Zähne stumpf machen. Aus allen eingegangenen Berichten geht die leichte Absatzfähigkeit der Sorte hervor, so daß sie die Züchter von Handelssorten mehr anbauen sollten.
Trotzdem die Schale der Frucht sehr zart ist, hört man nirgends von Befall durch Schorf- pilze. Alle Früchte werden sich vollkommen ausbilden, sobald man Mitte September die reiferen, leuchtender gefärbten ausbricht und die übrigen noch etwas nachreifen läßt. Eine frühe Ernte ist geboten, weil die Früchte, besonders wenn die Bäume auf trockenem Boden stehen, sehr leicht vom Winde abgeworfen werden. Bis Anfang Oktober spätestens sollte die Ernte beendet sein. Man kann aber auch ohne Bedenken früher pflücken, weil der gelbe Edel- apfel zu den Sorten gehört, die auf dem Lager nie schrumpfen. Die Haltbarkeit ist eine be- grenzte; in gewöhnlichen Verhältnissen hat der gelbe Edelapfel um Weihnachten seinen Höhe- punkt erreicht, und bis Januar sollte er deshalb aufgezehrt sein. In höheren Lagen und feuch- teren Bodenverhältnissen bleibt er bis Ostern schmackhaft.
Die Früchte halten den Versand gut aus; sie müssen aber ihrer zarten Schale wegen sorg- sam behandelt und verpackt werden.
Eigenschaften des Baumes.
Der gelbe Edelapfel hat schon in der Baumschule einen kräftigen, aufrechten Wuchs und bildet starke Seitenzweige. Die junge Krone verzweigt sich willig und bedarf in dieser Hin- sicht keines Rückschnittes. Der Wuchs des älteren Baumes ist breitkugelig, aufrecht, wie aus der beigefügten, den Obstanlagen des Freiherrn von Friesen in Rötha entnommenen Abbildung zu ersehen ist, und bleibt bis ins späte Alter kräftig, so daß ein Verjüngen der Krone zur An- regung des Holztriebes nicht nötig wird. Bei Bäumen, die dem Schnitt nicht unterworfen sind, bilden sich an den Spitzen der Triebe oft Quirle von gleich starken Holztrieben. Die Sorte verträgt zwar, als Formbaum gezogen, den kurzen Fruchtholzschnitt, indessen ist die Bildung von langen Fruchtruten häufiger als die von kurzen Fruchtspießen.
An den Boden stellt der Edelapfel keine besonderen Ansprüche, nur darf derselbe nicht zu trocken sein, weil dann die Früchte leicht abfallen. In tonigem Boden ist das Auftreten von Krebs beobachtet. Sonst kann im allgemeinen diese Sorte als widerstandsfähig bezeichnet werden. Daazu trägt wesentlich das Vorhandensein großer, kräftiger, gesunder Blätter bei. Die Blätter haben eine scharfe Zahnung.
Warme, geschützte Lage ist keine Bedingung für das gute Fortkommen des Edelapfels. Man hat ihn mit gutem Erfolg noch in Höhenlagen bis 1000 Meter über dem Meeresspiegel angebaut.
Jeder Baumform kann man ihn anpassen. Der Halb- und Hochstamm, sowie die Busch- form kommen aber für seine Kultur in erster Linie in Betracht. In der Provinz Hannover ist er in Massen zu Straßenpflanzungen verwendet. Der Straßenkörper darf allerdings nicht
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