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Lfg. 1 (1905) - (19XX) Deutschlands Obstsorten. Lfg. 1 (1905) -
Entstehung
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Napoleons Butterbirne. Reifezeit: Mitte Oktober bis Dezember.

Name und Heimat:. Als Züchter dieser Birne wird der Weinschenk Liard in Mons genannt. In den meisten Gegenden Deutschlands geht sie unter obigem Namen, in Lippe-Detmold und Sachsen kommt sie als grüneMailänderin vor, in Kulmbach alsGlockenbirne, in Belgien nennt man sieBon Chrétien Napoléon, in Frankreich nebenPoire Napoléon auchCaptif de St. Hélène,Bonaparte.

Gestalt.: Glockenförmig, mittelgroß bis groß, stark kelchbauchig, nach dem Stiele zu abgeplattet, oft mit flachen Unebenheiten versehen.

Kelch.: Meist unvollkommen, in breiter, flacher Einsenkung, die meist schief erscheint, weil die Frucht auf einer Seite stärker als auf der anderen entwickelt ist.

Stiel: Dick, fleischig, in schwacher Einsenkung, wie eingesteckt, 1 ¾ bis 2 ¼ cm lang, dunkelbraun.

Schale: Glänzend, am Baum fast dunkelgrün, später gelbgrün, ohne Röte, fein braun punktiert, besonders auf der Sonnenseite.

Fleisch. Aeußerst saftig und schmelzend, süßweinig, in der vollen Reife fast überfließend von Saftfülle. Meist ohne Steine, mattweiß bis gelblich gefärbt.

Kernhaus: Klein, mit engen Kammern und nur wenigen, kleinen, meist unvollkommenen, schiefen Kernen. Bei reifen Früchten läßt sich die Kernhausachse aus der Frucht ziehen.

Eigenschaften der Frucht.

Die Napoleons Butterbirne kann fast zu den Winterbirnen gerechnet werden, sie hält sich, am richtigen Standort angebaut, bis Ende Dezember. Sie ist eine sehr wohlschmeckende, aromatische Frucht, die auf der Zunge förmlich zerfließt. Abfällige Urteile hört man aus den Orten, wo die Napoleon nicht die ihr passenden Vorbedingungen gefunden hat. Dort bleibt die Frucht wässerig, steinig und leidet unter dem Schorfbefall. Stets bleibt die Napoleon eine einfarbig grüne, nicht in die Augen fallende Frucht, die nur von Kennern beachtet und ent- sprechend bezahlt wird. Am Spalier bilden die glatten glänzenden Früchte durch ihre Masse eine Zierde des Gartens. Erhöht wird dieser Eindruck dadurch, daß die flachen, breiten, gesunden, etwas nach außen gebogenen Blätter denselben Glanz besitzen.

Die Frucht ist trotz der Feinheit der Schale beim Versand nicht sehr empfindlich, sobald dieser nicht zu kurz vor der Reife ausgeführt wird. Die Ausbildung der Früchte ist gleich- mäßig. Die Form wechselt vielfach. Die Früchte hängen ziemlich fest, der Verlust durch

Stürme ist gering.

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