Hardenponts Winterbutterbirne.
Reifezeit: November bis Ende Februar.
Nameèe und Heimat: Hardenponts Winterbutterbirne ist belgischen Ursprungs, nach dem Züchter Hardenpont benannt und seit 1759 in Belgien bekannt. Diel führte sie 1810 in Deutschland ein. Sie ist in Gotha und auch anderwärts als„Kronprinz Ferdinand von Oesterreich“ lange geführt worden, geht in Bayern und Sachsen auch unter dem Namen„Schinkenbirne“, in Westfalen als„Kronprinzessin Friedrich“, in Frankreich als„Glou Morceau“ und„Beurré de Chambron“.
Gestalt: Groß bis mittelgroß, länglich, eiförmig, mittelbauchig, nach dem Stiele zu schräg abfallend und stark zugespitzt, meist um ⁰½ mehr lang als breit und je nach dem Standort von ganz verschie- dener Größe.
Kelch.: Fast immer offen, hornartig und kurzblättrig, in faltiger und beuliger, verhältnismäßig tiefer und platter Einsenkung.
Stiel- Kurz, selten länger als 2 ½ cm, stark und holzig, in schwacher Grube, mit Beulen umgeben.
Schale: Dick, lederartig, fast maigrün, später hellzitronengelb, selten etwas gerötet, dagegen mit vielen gleichmäßig zerstreuten, fein bräunlichen Punkten übersät, zuweilen auch etwas berostet.
Fleisch: Weiß, in warmen Jahren und guter Lage schmelzend, von vorzüglichem Geschmack, in kalten und feuchten Jahren jedoch rübenartig.
Kernhaus: Mittelgroß, mit geräumigen, muschelförmigen Kammern, in welchen sich nur wenige ziemlich starke Kerne befinden.
Eigenschaften der Frucht.
Hardenponts Winterbutterbirne gehört zu denjenigen Sorten, die in Fach- und Laien- kreisen sehr verschieden beurteilt wird, je nachdem, ob die Früchte, die zur Feststellung des Wertes dienten, auf geeignetem oder ungeeignetem Boden gewachsen sind. In passender Lage und ihr zusagendem Boden wird die Frucht von schmelzendem, köstlichem Geschmack. Diese Eigenschaften gewinnen noch dadurch einen besonderen Wert, weil sie einer wirklichen Winterbirne zugesprochen werden dürfen, an denen unser deutsches Obstsortiment leider nicht sehr reich ist. Spät geerntet und gut aufbewahrt bildet die Hardenpont vom November bis Januar eine sehr geschätzte Tafelfrucht, die den feinsten, sonst nur ausschließlich in südlicheren Gegenden ge- deihenden Birnensorten zur Seite gestellt werden darf. Ihre Haltbarkeit dauert bisweilen bis zum März. Aber derartige Lagen, in denen diese Vorzüge hervortreten, sind selten und weit häufiger hört man ein gerade entgegengesetztes Urteil über die Güte der Frucht. Aeußerlich besticht die Birne durchaus nicht; sie hat ein einfarbiges, in der Baumreife mattes, grüngelbes Gewand, das auch bei der Lagerreife nicht leuchtend wird. Aus diesem Grunde und weil von ihr oft viele recht unansehnliche Früchte zum Markt kommen, wird sie nicht besonders begehrt. Von Kennern wird die Sorte allerdings außerordentlich hoch bezahlt. Wo die Hardenpont gedeiht, ist ihr Ertrag regelmäßig und reich. Die Beilage gibt ein Bild der Ueberfülle ihrer Knospen.
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