gewürzt. Freilich lautet manches Urteil über den Geschmack der Winterforelle ungünstig. Dies rührt aber von dem unzeitigen Genuß der Frucht her. Spät im Oktober gepflückt, im Januar, Februar genossen, wird diese Birne dem nicht gar zu anspruchsvollen Gaumen ein leckerer Bissen sein, während sie, vor Weihnachten verzehrt, einen rübigen Geschmack besitzt. Daß sie sich auch zum Einmachen gut verwenden läßt, spielt keine große Rolle, da man bei dem guten Absatz als Tafelfrucht auf eine anderweitige Verwertungsart nicht bedacht zu sein braucht, und für Konservenherstellung mehr die schnell vergänglichen Sorten als die Winterbirnen in Betracht kommen. Sie zeichnet sich vor vielen anderen Sorten auch dadurch aus, daß ihre Frucht noch im reifen Zustande gut versandfähig ist.
Die Verbreitung der Nordhäuser Winterforelle ist noch keine große. Dazu hat sicherlich der Umstand beigetragen, daß sie mit der gewöhnlichen Forellenbirne vielfach verwechselt wird. Letztere steht zwar— was die äâußere Färbung anbetrifft— unerreicht da, aber diese lachende Schönheit tritt doch nur recht selten hervor, weil die Frucht der gewöhnlichen Forellenbirne fast überall— von seltenen Ausnahmen abgesehen— über und über mit Fusicladiumflecken besät ist. Die Nordhäuser Winterforelle dagegen leidet wenig unter Fusicladium, hat auch im übrigen, abgesehen von dem fast gleichen Namen mit der im Herbst reifenden alten Forelle wenig gemein. Man sollte die Winterforellenbirne jedenfalls für Norddeutschland als eine gute wirkliche Winter- birne überall dort, wo geeigneter Birnenboden vorhanden ist, zum Massenanbau verwenden. In Süddeutschland ist ihre Anbauwürdigkeit noch nicht erprobt worden.
Eigenschaften des Baumes.
Der Baum zeigt in der Baumschule einen strammen, aufrechten Wuchs und bildet wenig Seiten- zweige. Diese Eigenschaften behält er mehrere Jahre nach der Pflanzung bei. Dadurch wird ein mehrjähriger Kronenrückschnitt nötig. Im Laufe der Jahre nehmen die Kronenäste, vornehmlich infolge der reichen Fruchtbarkeit, eine wagerechte Haltung an. Die Fruchtbarkeit setzt schon in jungen Jahren ein und bleibt eine regelmäßige. Die Früchte bilden sich am Hoch- und Halb- stamm sehr vollkommen aus, deshalb sollten diese Formen für die Winterforellenbirne bevorzugt werden. Ueber die Brauchbarkeit der Quittenunterlage für diese Sorte liegen erst aus jüngerer Zeit Erfahrungen vor. Sie ist noch zu wenig verbreitet, um ein abgeschlossenes Urteil ab- geben zu können. Für Pyramiden und Buschkultur ist sie gleich wertvoll. Die Bildung von kurzem Fruchtholz und das willige Austreiben der Seitenaugen macht sie auch für Spaliere tauglich.
Der Wuchs des Baumes würde ihn für die Straße geeignet erscheinen lassen, zumal die Früchte auch beim Sturm festhängen, wenn nicht die Notwendigkeit einer spät vorzunehmenden Ernte Bedenken erregte. Die Ansprüche an den Boden sind gering bis auf ein gewisses Maß von Feuchtigkeit, das vorhanden sein muß.
An jungen Bäumen wird dadurch, daß der starke Trieb nicht immer vor Eintritt des Winters genügend ausreift, über Frostempfindlichkeit geklagt. Die starke Triebkraft gleicht diesen Schaden leicht wieder aus. Die etwas schiffartig gebogenen, lederartigen, tiefgrün ge- färbten Blätter geben dem Baume das Aussehen strotzender Gesundheit.
Die Blütendauer ist eine lange, und die Befruchtung deshalb auch bei ungünstigen Witte- rungsverhältnissen eine regelmäßige. Hierzu trägt noch der Umstand bei, daß die Blütenorgane


