Williams Christbirne.
Reifezeit: September.
Name und Heimat- Eine in England entstandene und schon 1770 bekannte Sorte, die nach ihrem Verbreiter„Williams“ benannt worden ist. 1799 soll sie nach Amerika gebracht und dort unter dem Namen„Bartlett“ und„Bartlett of Boston“ weit verbreitet worden sein. Nach den Angaben von Bivort ist sie unter dem Namen„Poire d'Angleterre“ nach Belgien gekommen und auch unter dem Namen„Dela- vault“ verbreitet worden. In Deutschland findet man sie meist unter dem Namen„Williams Christbirne“ verbreitet.
Gestalt: Mittelgroß bis groß, recht veränderlich, meist birnförmig, etwa 80 mm groß, 90— 100 mm lang. Die ganze Oberfläche mit stark hervortretenden Beulen und Erhöhungen besetzt, nach dem Kelch zu mit deutlichen Falten versehen.
Kelch: Flach und offen, die einzelnen Kelchblätter hartschalig, kurz zugespitzt, mit Beulen umgeben.
Stiel- Hellbraun, stark und holzig, 25— 30 mm lang, in schwacher Vertiefung stehend, manchmal durch einen Wulst etwas zur Seite gedrückt.
Schale: Gelblichgrün, später hellgelb, bisweilen mit etwas matter Röte oder einzelnen roten Strichelchen auf der Sonnenseite überzogen. Zimmetfarbige, gut sichtbare Punkte sind auf der ganzen Frucht verteilt, und der Rostanflug besonders um den Kelch herum sehr verbreitet.
Fleisch: Gelblichweiß, saftig und fein, meist ganz schmelzend, von fein säuerlichem und äußerst würzigem Geschmack.
Kernhaus: Klein, mit hohler Achse und vollkommen entwickelten schwarzen, meist beuligen Kernen.
Eigenschaften der Frucht.
Unter den Frühbirnen nimmt Williams Christbirne den ersten Platz ein. Der Liebhaber baut sie, weil um die Zeit, wo William reift, keine Birne von gleicher Vollkommenheit und so ausgeprägtem Aroma vorhanden ist. Der Erwerbsobstbautreibende aber weiß sehr wohl, daß im September keine andere Sorte höhere Preise erzielt als diese, und daß er regelmäßige, wenn auch nicht übergroße Ernten von ihr erwarten kann. Allerorts ist die William bekannt, nicht nur auf dem europäischen Festlande, sondern vor allem auch in Amerika. Die mächtigen Schiffs- ladungen mit Birnkonserven, welche alljährlich von den Vereinigten Staaten zu uns gelangen, enthalten fast ausschließlich Williams Christbirne oder die Bartlett, wie man sie dort zu Lande nennt. Es gibt wohl kaum eine zweite Birnsorte, die in eingemachtem Zustande so blendend weißes Fleisch behält und die infolge ihres stark würzigen Geschmackes so köstliches Kompott gibt wie diese. Kein Wunder, daß in unseren Delikateßgeschäften sehr hohe Preise für Konserven
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