Dr. Jules Guyot.
Reifezeit: Ende August bis Mitte September.
Name und Heimat: Die Frucht ist französischen Ursprunges. Sie wurde von den Baum-— schulenbesitzern Gebr. Baltet in Troyes aus Samen gezogen und 1875 dem Handel übergeben. Sie hat äußerlich viel Aehnlichkeit mit Williams Christbirne, ist aber unter keinem anderen Namen als obenstehendem verbreitet.
Gestalt: Mittelgroß bis groß, kegelförmig, ziemlich hochgebaut, kelchbauchig, etwa 70 mm breit und bis 100 mm lang. Nach dem Kelche zu ist die Frucht meist ungleich abgerundet, während sie nach dem Stiele hin in abgestumpfter, kegelförmiger Spitze endet. An der Frucht sind nach dem Stiele hin nur geringe Einziehungen bemerkbar, doch ist die eine Seite der Frucht, hervorgerufen durch die ungleiche Abrundung, mehr entwickelt, d. h. größer als die andere.
Kelch: Offen, Blättchen aufrecht, kurz und hornartig, in flacher, mit kleinen Falten besetzter Kelcheinsenkung.
Stiel- Stark und mittellang, gekrümmt, zur Seite gedrückt, meist hellbraun.
Schale: Hellgrün, nur bei voller Reife blaßgelb, sonnenseitig goldig gefärbt, glatt und fein, um den Kelch herum mit feinem, zusammenhängendem Roste überzogen, der sich besonders in feuchten Jahren dann rauh anfühlt und weitere Teile der Frucht überzieht.
Fleisch: Gelblichweiß, saftig, schmelzend, von angenehmem, weinsäuerlichem und etwas gewürztem Geschmack.
Kernhause Meist gut ausgebildet mit geräumigen Fächern, welche ovale, lang zugespitzte Kerne enthalten, nur in ungünstigen Jahren Steine um das Kernhaus herum.
Eigenschaften der Frucht.
Der Laie glaubt beim Betrachten der Früchte von Dr. Jules Guyot die Williams Christbirne vor sich zu haben, so sehr ähneln sich die beiden Sorten. Die Frucht der Jules Guyot hat aber nicht so viele Falten und der Stiel ist meist seitlich angesetzt, während bei der William der Stiel gerade hoch steht.
Zwar ist die Sorte noch wenig bekannt, aber wo sie gebaut und erprobt worden ist, hört man nur das günstigste Urteil. Der größte Wert der Frucht liegt in der Frühreife. 8—14 Tage vor William ist dieselbe genießbar, mithin eine der ersten großen Frühbirnen. Die Frühreife und gleichmäßige Größe haben der Guyot den Absatz sehr leicht und schnell geebnet, voraussicht- lich wird sie eine der gesuchtesten Marktfrüchte werden. Rechtzeitig geerntet ist der Geschmack ein feiner, reich an Süße, schmelzend auf der Zunge und zart gewürzt. Ihr fehlt allerdings das ausgeprägte Aroma der Williams Christbirne, und sobald man beide Früchte nebeneinander kostet, bleibt man keinen Augenblick im Zweifel, ob man diese oder jene vor sich hat. Die
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