Bosc's Flaschenbirne.
Reifezeit: Oktober bis Mitte November.
Nameèé und Heimat: Bosc's Flaschenbirne ist seit 1810 in Deutschland bekannt und sehr viel unter dem Namen„Kaiser Alexanderbirne“ fälschlich verbreitet worden. Aus diesem Namen ist wohl auch später die Bezeichnung„Kaiserkrone“, unter welcher diese Sorte besonders in Berlin und Böhmen bekannt ist, im Volksmunde entstanden. Noch als„Beurré d'Apremont“ findet man die Bosc's Flaschen- birne in der Literatur verzeichnet. In der Provinz Sachsen und vielen anderen Provinzen geht sie meist unter dem Namen„Calebasse Bosc“ oder schlicht„Calebasse“. Sehr oft wird Bosc's Flaschenbitne mit der Prinzessin Marianne, die eine gewisse Aehnlichkeit mit ihr besitzt, sich aber von ihr durch frühere Reifezeit unterscheidet, und deshalb als„Frühe Bosc's Flaschenbirne“ bezeichnet wird, verwechselt.
Gestalt: Mittelgroß bis groß, birn- meist jedoch flaschenförmig, stielbauchig, nach dem Stiel mehr oder weniger stumpfspitzig verlaufend und meist mit einem kleinen Höcker oder Fleischwulst am Stiele versehen. Gewöhnlich 65— 70 mm breit und 85— 100 mm lang.
Kelch: Offen, kurzblättrig, dunkelbraun, in seichter, mit schwachen Erhabenheiten versehenen, Wölbung sitzend.
Stiel.- Ziemlich lang,(oft 3 ½— 4 cm), braun mit hellbraunen Punkten versehen, manchmal wie ausgezogen und obenaufsitzend, manchmal auch in geringer Vertiefung.
Schale: Fein, hellgrün, später hellgelb, meist vollständig mit zimmetfarbigem Roste überzogen, vielfach hellbraun punktiert, ohne Röte. Der Rost und die Punkte machen die Schale fein rauh und geben der Frucht in der Vollreife ein orangefarbiges, goldenes Aussehen.
Fleisch. Gelblich weiß, äußerst saftig, zuckersüß, sehr angenehm gewürzt.
Kernhaus: Nicht groß, mit stark entwickelter Achsenhöhle, geräumigen Fächern und meist gut entwickelten Kernen.
Eigenschaften der Frucht.
Unter den Herbstbirnen gibt es äußerst wenige, die sich einer so allgemeinen Nachfrage erfreuen, wie die Bosc's Flaschenbirne. Wenn die Sommer- und frühen Herbstsorten vorüber sind, etwa um die Mitte des Oktober, in warmen Gegenden auch noch früher, ist es Bosc, welche — man kann wohl sagen— den Markt beherrscht. Unter dem etwas düsteren Gewande birgt sie ein saftiges, süßes Fleisch von köstlichem Aroma. Die Haltbarkeit der Frucht ist eine ziemlich begrenzte; nach 3—4 Wochen geht sie in Fäâulnis über. Sobald durch die einfarbig-grau- berostete Schale kupferfarbige Stellen durchzuscheinen beginnen, ist die Zeit der Ernte gekommen. Ein Pflücken vor der Reife verlängert die Haltbarkeit. Nicht nur zum Rohgenuß, sondern auch als Einmachefrucht wird die Sorte geschätzt, das Fleisch bleibt zwar beim Kochen nicht weiß, sondern bekommt einen zartrosa Schein; im Haushalt wird aber diese Färbung ihren Wert als Konservenfrucht nicht beeinträchtigen. Ein Vorzug der Calebasse als Handelssorte ist, daß man nur gleichmäßig ausgebildete Früchte von ihr erntet.


