Gute Louise von Avranches.
Reifezeit: September bis Anfang November.
Name und Heimat: Nach Jahn soll die Gute Louise von Avranches im Jahre 1788 zu Avranches von einem Herrn von Longueval aufgefunden worden, und ursprünglich Bonne de Longueval benannt sein. Unter diesem Namen hat sie auch Leroy beschrieben und abgebildet. In Deutschland, wo sie eine Verbreitung gefunden hat wie kaum eine andere Sorte, findet man sie meist nur unter dem Namen „Gute Louise von Avranches“ oder kurz als„Gute Louise“. In Coburg kommt sie als„Prinz von Württem-— berg“ vor.
Getalt: Groß, spindel- oder birnförmig, fast doppelt so lang(90— 100 mm) als breit(50 mm).
Kelch: Offen in flacher Einsenkung, oft mit kleinen Fleischperlen umgeben, welche die kurzen harten Kelchblätter beiseite drücken.
Stiel⸗ Ganz verschieden lang(bis 40 mm) und stark, fast immer gebogen, nach oben dunkel- braun, nach der Frucht zu heller, ins grünliche spielend, sitzt oben auf wie ausgezogen und ist öfter mit einem Höcker versehen, welcher eine schiefe Stellung des Stieles zur Folge hat.
Schale: Glatt, geschmeidig, am Baume hell- oder bräunlichgrün bei zunehmender Reife fast stroh- gelb, an der Sonnenseite lebhaft gerötet. Das Rot setzt sich zusammen aus zahlreichen über die ganze Sonnenseite der Frucht verteilten forellenartigen Punkten. Rost findet man selten, nur in feuchten und kühlen Jahren, öfter dagegen kleinere, sogenannte Leberflecken.
Fleisch: Gelblichweiß, sehr saftreich, schmelzend, süß und melonenartig gewürzt.
Kernhaus: Ziemlich groß, durch feine Körnchen angedeutet, mit vielen vollkommen entwickelten, hellbraunen Kernen gefüllt. Kerne selbst groß, einseitig, mit einem Höcker versehen.
Kelchhöhle: Sehr oft schief, schüsselförmig und weit.
Eigenschaften der Frucht.
Infolge ihres verlockenden Aussehens und köstlichen Geschmackes hat die Gute Louise sich das Recht erworben, eine Markt- und Tafelfrucht ersten Ranges genannt zu werden. Es gibt wohl auch kaum einen Ort in Deutschland, wo diese Sorte nicht bekannt ist. Das lachende Rot mit den forellenartigen, die ganze Schale überziehenden Punkten, läßt den Käufer regel- mäßig nach der Guten Louise greifen, trotzdem mit ihr zugleich eine ganze Anzahl feiner Sorten den Markt füllt. Aber nur kurze Zeit währt diese Freude, die Haltbarkeit der Frucht auf dem Lager ist eng begrenzt, namentlich wenn die Ernte vom Baum spät erfolgte. Je nach dem Standort muß die Gute Louise Ende August, Anfang September gepflückt werden, immer dann, wenn die grüne Grundfarbe der Schale anfängt, einen gelblichen Ton zu bekommen. Dadurch wird die Lagerung hinausgeschoben und der Saft des Fleisches bleibt erhalten. Durchweg sind die Früchte gut geformt, von gleicher Größe und geben geringen Ausfall. Der Preis ist indessen nicht immer und überall zufriedenstellend, weil der Markt zur Reifezeit dér Guten Louise mit anderen Sorten überfüllt ist.
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