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Lfg. 1 (1905) - (19XX) Deutschlands Obstsorten. Lfg. 1 (1905) -
Entstehung
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Gelber Bellefleur.

Reifezeit: November bis März.

Namen und Heimat: Alle Mitteilungen aus der Literatur des gelben Bellefleur stimmen darin überein, daß er aus Amerika und zwar aus dem Staate New-Jersey, unter dem NamenJellow belle flower zu uns eingeführt worden ist. Später hat ihn der Gartendirektor Metzger, der ihn aus England bezog, sehr viel in Baden verbreitet und er erhielt dort die neue BezeichnungMetzgers Calvill, unter welcher er noch heute verbreitet ist in: Brandenburg, Westfalen, Rheinland, Sachsen, Bayern und Württem- berg. Aber auch aus Frankreich ist die Sorte zu uns unter anderer Benennung, und zwar als Linnoeus Pippin eingeführt worden und ist noch heute unter dieser bekannt in: Württemberg, Rheinland, Sachsen, Westfalen, Brandenburg und Mecklenburg. Man nennt ihn ferner: Blumen-Calvill im Königreich Sachsen, Thüringer Gravensteiner in Thüringen und Provinz Sachsen, Weidenapfel und Schafnase im Elsaß.

Gestalt: Immer etwas höher als breit, an der größten Breite der Frucht fast rund. Eikegelförmig, mit vorgezogener stumpfer Spitze nach dem Kelche zu. Stielbauchig. Beide Hälften stets verschieden.

Kelch: Wenig offen, fast geschlossen, grünlich, kurz wollig. Einsenkung mitteltief bis tief, mäßig weit, mit flachen aber deutlichen, über die ganze Frucht verlaufenden Rippen.

Stiel: Grünlichbraun, etwas behaurt, mitteldick, holzig, Höhle tief, eng, sehr wenig berostet.

Schale: Fein glatt, glänzend, geschmeidig, grünlichgelb, später schön hell zitronengelb, oft leicht rötlich angehaucht. Zahlreiche hellbraune und weißliche Punkte. Rostspuren finden sich nur selten. Frucht welkt nicht. Geruch fehlt fast ganz.

Fleisch: Gelblichweiß, oft mit grünlichen Adern durchzogen, mürbe, fein, angenehm, renettenartig, aber selten und dann nur wenig aromatiscli.

Kernhaus: Groß, unregelmäßig zwiebelförmig, ziemlich geräumig, weit offen. Kerne zu 12, ziemlich groß, eiförmig gespitzt, dunkelbraun.

Kelchhöhle: Trichterförmig, Pistille ziemlich kurz, verwachsen und nur wenig behaart.

Eigenschaften der Frucht.

Unter der großen Zahl unserer Apfelsorten darf der gelbe Bellefleur im Ansehen und Ge- schmack auf einen ersten Platz Anspruch machen. Von vielen Seiten als ein gleichwertiger Ersatz für den weißen Wintercalvill empfohlen, kann er zwar diesem edelsten der Winteräpfel nicht gleichgestellt, wohl aber als eine äußerst wertvolle Wintersorte von gleich schönem Aussehen und Wohlgeschmack den besten Tafelapfelsorten zugezählt werden. Vom November an gehört er zul

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