Die Krone wächst bereits in der Jugend breit. In der Baumschule liefert der Baum starke, aber keine geraden Stämme, deshalb wird diese Sorte vielfach auf stammbildenden Zwischenveredlungen in Kronenhöhe gepfropft. Der Baum behält bis in sein spätes Alter sein starkes Wachstum. Halb- und Hochstämme verlangen in Baumgütern einen Abstand von 10 m. Nur auf breiten Straßen kann der Baum zur Wegepflanzung Verwendung finden, was in manchen Teilen Deutsch- lands auch schon der Fall ist. Die junge Krone verlangt nur so lange einen mäßigen Rück- schnitt, als die Jahrestriebe eine zu große Länge erreichen. Weniger stark wachsende Kronen brauchen nicht geschnitten zu werden, da die Holzaugen der jungen Triebe auch ohne Rück- schnitt willig austreiben.
Ribston Pepping ist in bezug auf den Boden sehr anspruchsvoll. In schwerem nassem Boden bekommt der Baum sehr leicht Krebs, in leichtem trockenem wächst die Sorte überhaupt nicht, oder die Fruchtbildung ist nur eine kümmerliche. Sie verlangt einen tiefgründigen, milden, etwas feuchten Lehmboden, also einen erstklassigen Apfelboden, dabei eine freie Lage. Besonders im Seeklima befindet sich der Baum äußerst wohl. In heißen Lagen, d. h. in eng geschlossenen windstillen Obstgärten ist die Sorte an manchen Stellen in Deutschland völlig unfruchthar. Ribston Pepping gibt uns in bezug auf seine Fruchtbarkeit sehr oft Rätsel auf. Je näher zur Küste hin, um so regelmäßiger wird seine Tragbarkeit, aber ein Massenträger ist er an keiner Stelle. Die Bäume blühen wohl sehr voll, weil das Holz starke Neigung hat, Blütenknospen oft schon an einjährigem Holz anzusetzen, aber der Fruchtansatz steht hierzu in keinem Verhältnis. Der Baum stößt eine große Zahl von Früchten ab, so daß er niemals mit Früchten reich beladen ist. Da, wo er trägt, ist seine Fruchtbarkeit regelmäßig. Die Früchte hängen meist fest, wenn der Boden feucht genug ist.
Ribston gehört zu den mittelfrühen Blühern, die Dauer der Blüte zieht sich oft auffallend lange hin, er gehört zu den Frühträgern.
Für Formobst und Buschkultur eignet sich die Sorte vorzüglich. Bei letzterer sind 4 m gegenseitige Entfernung Mindestmaß. Beim Schnitt des Fruchtholzes müssen die oft langen Fruchtruten geschont, also nicht geschnitten werden. Ribston trägt nämlich gern an den Spitzen dieser Ruten und dabei bilden sich oft sämtliche Holzaugen derselben im gleichen Jahre in Blütenknospen um, während beim Zurückschneiden der Fruchtruten starke Holztriebe aus den verbleibenden Augen hervorgehen. Die außerordentlich stark entwickelten Blütenknospen, die wie mit weißem Filz überzogen erscheinen, sind ein Erkennungszeichen der Sorte im laublosen Zustande.
Vorstehend ist der Wuchs eines jungen Ribston-Baumes aus den Obstanlagen in Feldbrunnen bei Osterode a. Harz wiedergegeben. Die Beilage zeigt uns einen alten Stamm des Ribston Pepping aus Ostpreußen, den Herr Forstmeister Wohlfromm in Kukowen bei Marggrabowa gütigst photographierte.
Schlechte Eigenschaften.
Die Sorte gehört zu denjenigen, die in manchen Jahren leicht stippig werden, während in anderen die Früchte völlig tadellos sind, eine Erscheinung, wofür bisher eine bestimmte Erklärung noch fehlt. Die Bäume liefern bei reicherem Fruchtansatz oft sehr viele Früchte 2. und 3. Güte. Der Hauptfehler der Sorte ist der, daß sie sehr wählerisch in bezug auf den Boden ist, weshalb man bei größeren Anpflanzungen vorerst Versuchsbäume setzen sollte. In trockenem Boden und dabei sehr warmer Lage ist die Anpflanzung ausgeschlossen, umsomehr, da hier leicht Spitzendürre eintritt. Auf nassem Boden erscheint bald der Krebs.
So vorzüglich die Früchte sind, so hohen Verkaufswert dieselben auch haben, ist Ribston Pepping doch keine Sorte, die in den Anbausortimenten für größere Bezirke ohne jede Beschränkung, d. h. ohne Aufzählung ihrer Fehler Aufnahme finden darf. Er verlangt gute Pflege, Bewässerung und Düngung. Die Früchte welken leicht auf dem Lager trotz später Ernte.


