Teil eines Werkes 
Lfg. 1 (1905) - (19XX) Deutschlands Obstsorten. Lfg. 1 (1905) -
Entstehung
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Ribston Pepping.

Reifezeit: Dezember bis April.

Namen und Heimat: Wie so manche unserer viel in Deutschland verbreiteten Apfelsorten ist auch diese englischer Herkunft. Schon vor 1800 galt sie in England als einer der dortigen besten Tafel- äpfel. Der Mutterstamm stand nach den übereinstimmenden Nachrichten des illustrierten Handbuches von Diel und anderen zu Ribston-Hall bei Knaresborought. Diel beschrieb diese Sorte auch als englische Granatrenette und als Travers Renette und unter diesen beiden Namen ist der Ribston Pepping noch, namentlich im Süden und Westen verbreitet. Auch in Thüringen geht er unter ersterem Namen. Weitere Namen, die aber nur sehr vereinzelt angewendet werden, sind: Goldmohr, Goldrenette, Kaiserrenette, Lederapfel, gestreifte Goldrenette, Muskatrenette, Goldrabau, Glory of VYork, Formosa-Pippin.

Gestalt. 65 70: 55 60 mm und breiter, abgestumpft, oft kugelförmig und wenig stielbauchig. Hälften ziemlich gleich.

Kelch: Klein, geschlossen oder wenig offen, bräunlich, etwas wollig. Blättchen mittelbreit, am Grunde nicht oder wenig getrennt, mittellang, aufrecht. Einsenkung mitteltief, aus welcher sich flache Falten bis zur Mitte der Frucht hinziehen.

Stiel: Holzig, mittelstark, bräunlich, etwas flaumig, nicht über die Höhle hinausragend. Letztere ziemlich tief und weit, häufig durch Wülste verengt, leicht berostet.

Schale- Glatt, vom Baume gelblichgrün, später goldgelb, leicht punktiert, karmesinrot, auch dunkel- rot gestreift und verwaschen. Punkte weitläufig verteilt, wenig in die Augen fallend, graubraun, Geruch gewürzt, wenig merklich. Am Stil und Kelch finden sich häufig Rostanflüge.

Fleisch: Gelblich weiß, fein, fest, später mürbe, saftreich, schön, muskatrenettenartig gewürzt. jedoch von reichlicher, weiniger Säure.

Kernhaus: Geschlossen, zwiebelförmig, Kammern eng, spitz, zum Kelche etwas abgestumpft. Kerne mittelgroß, lang gespitzt, braun, teilweise unvollkommen.

Kelchhöhle. Kegelförmig geräumig.

Eigenschaften der Frucht.

Der Ribston Pepping gehört zu den am köstlichsten schmeckenden Tafeläpfeln. Die Frucht besitzt so viele gute Eigenschaften, daß er ein überall gern gekaufter Apfel auf dem Markt sein würde, wenn er nur in größeren Mengen zu haben wäre. Der Apfel gehört zu den mittel- bis großtrüchtigen Sorten. Der besonders um den Kelch herum fein verteilte Rost, die bereits am Baume etwas ins gelbliche spielende Farbe, die verwaschene, zart abgestumpfte Röte auf der Sonnenseite geben diesem köstlich gewürzten Apfel mit seinem abknackenden saftigen, gelben Fleische ein anlockendes Aeußeres. Bald nach der Baumreife tritt auf dem Lager die Genußreife ein. Trotzdem hält sich diese Sorte bei guter Aufbewahrung bis März April. Den herrlich gewürzten Geschmack erhalten indessen nur die Früchte, deren Bäume auf einem ihnen zusagenden Boden wachsen. Andernfalls bleibt der Apfel oft fade und säuerlich im Geschmack. Auf den englischen Obstmärkten ist die Sorte sehr beliebt und könnte dorthin eine sehr vorzügliche Exportsorte werden, sobald von ihr nennenswerte Mengen auf unseren Märkten erscheinen. Die Früchte sind beim Versand nicht empfindlich und erzielen hohe Preise.