Muskat-Renette.
Reifezeit: Mitte November bis März.
Nameèe und Heimat: Die Muskatrenette ist wohl eine der ältesten nach Deutschland eingeführten Apfelsorten. Sie soll schon 1670 von Frankreich nach England in die Baumschule von Brompton Park eingeführt, und von da nach Holland gebracht worden sein. Von Holland soll sie ihren Weg nach Deutsch- land genommen haben. In allen Teilen Deutschlands ist sie verbreitet und bei den Kennern geschätzt. Das sehr gewürzte Aroma hat ihr zu verschiedenen Bezeichnungen verholfen: Renette musquée, Gewürz- Renette, Würzapfel, Zimmetapfel, Muskateller-Renette, muskierte Renette, Margil, gezuckerte Bisam- Renette u. s. f. In Osnabrück wird sie auch Small Ribston, in Baden-Baden Rote Badener Renette, an der Mosel Pfeffer-Renette genannt.
Gestalt. Klein bis mittelgroß, gegen den Kelch hin zugespitzt. Der Bauch der Frucht befindet sich unter der Mitte nach dem Stiele zu, die Frucht erhält dadurch eine breitere Stielfläche und hat tiefe Stieleinsenkung. Nach dem Kelche hin unterbrechen oft flache Rippen die sonst rundliche Form der Frucht und lassen diese als unregelmäßig zugespitzt ersgheinen.
Kelch- Geschlossen, Kelchblätter spitz, stark behaart, in fast calvillartiger Einsenkung sitzend, meist mit einem Kreis zimmetbraunen Rostes umgeben.
Stiel. Ganz verschieden lang, oft nur ⁰½ cm, manchmal 2 ¾ cm lang, holzig, in trichterförmiger, tiefer, glatter, oft auch berosteter Höhle.
Schale- In der Baumreife düster grün oder grünlichgelb, mit zunehmender Reife erhält die Grund- farbe ein trübes Zitronengelb, welches bis zu ⅛ der Frucht mit schönen dunkelkarmesinroten Streifen überzogen ist. Dazwischen treten glänzend karminrote Punkte und Rostflecken sehr häufig hervor, welche der Frucht einen verwaschen oder verschwommen bronzenen Ueberzug verleihen.
Fleisch. Zur Zeit der Baumreife grünlich, später gelblich-weiß, zart, sehr stark gewürzt und beson- ders in gutem Boden und passender Lage von ganz vorzüglichem, weinigem, aromatischem, muskiertem Zuckergeschmack.
Kernhaus. Geschlossen, die einzelnen Kammern meist mit zugespitzten Kernen vollgefüllt.
Kelchröhre. Meist bis zum Kernhaus tief herabgehend und beim Zerschneiden der Frucht gut sichtbar.
Eigenschaften der Frucht.
Die Frucht hält sich, besonders die im Norden gewachsene bis ins späte Frühjahr hinein und bewahrt bis dahin ihren reichgewürzten, säaurearmen, sonst aber vorzüglichen, oft sehr süßen Geschmack. Leider welkt die an älteren Bäumen meist sehr kleine Frucht, besonders wenn zu früh gepflückt, leicht auf dem Lager. In trockenem, nährstoffarmem Boden gewachsen, ist das Fleisch trocken und im Geschmack ausdruckslos.
Infolge der überreichen Tragbarkeit bleiben die Früchte in manchen Jahren sehr klein und unscheinbar. Die geringe Beachtung, welche sie deshalb auf den Herbstmärkten fanden, hat vielfach die Veranlassung gegeben, die Muskatrenette aus manchen Anbausortimenten zu streichen. Von Kennern und Freunden späten feinen Winterobstes wird sie hoch geschätzt und teuer bezahlt.


