guten Eigenschaften, welche an ihr gerühmt werden, ohne daß sich bisher auch nur eine der vieien leidigen Krankheiten, Fehler und Feinde, die an vielen anderen Sorten beobachtet sind, zeigten. Ihr vorzüglicher, angenehm gewürzter Geschmack, das feine, mürbe Fleisch, die Größe und die Formenschönheit ihrer Früchte, ihre Verwendbarkeit für alle Zwecke, ihre reiche Trag- barkeit und ihre Anspruchslosigkeit an Lage und Boden werden sie sicher zu dem„Apfel der Zukunft“ machen. Der Boskoop wird an der Spitze der wenigen deutschen Apfelsorten stehen, welche zur Erzielung eines Reingewinnes für Straßen und geschlossene Anpflanzungen und für den Großhandel an erster Stelle bevorzugt werden müssen. Es ist wunderbar genug, daß er trotz der langjährigen Empfehlung aller Führer des deutschen Obstbaues nicht schon viel mehr verbreitet ist.
Die großen Früchte erreichen ihre Ausbildung in bevorzugter Lage Ende September. Mit der Ernte darf man nicht vor Anfang Oktober beginnen. Nur dann erreichen die Früchte die gelbe, braune und rötliche Farbe, durch welche der Boskoop auch in seinem Aeußeren das vor-— nehme Kleid anlegt, welches den echten Goldrenetten ihre Wertschätzung von Seiten der Käufer verschafft hat. Der Schöne von Boskoop hat den weiteren Vorzug, fast nur gleichmäßig große Früchte auszubilden. Nach allen Erfahrungen wirft er, sobald seine Früchte im Frühsommer Wall- nußgröße erreichen, die überzähligen ab, sodaß nur 1— 2 Aepfel an einem Stande zurückbleiben, welche fast immer zu vollkommener Ausbildung gelangen.
Er ist eine der am besten zum Versand geeigneten Sorten. Die Früchte sitzen sehr fest am Baume und welken nicht leicht auf dem Lager. Auf allen Märkten erzielt der Boskoop bei starker Nachfrage die höchsten Preise.
Eigenschaften des Baumes.
Schöner von Boskoop ist und bleibt von seiner Jugend bis zum Alter ein Baum von besonders gesundem und kräftigem Wachstum. Er bildet in der Regel keinen schlanken geraden Stamm, indem die seitwärts abstehenden Augen trotz Anheftens der Triebe nicht senkrecht in die Höhe wachsen. Nach mehrjährigem, mittellangem Rückschnitt breitet sich die Krone schön gleichmäßig aus, mehr breit als hoch. Durch den Schnitt muß deßhalb auch nachgeholfen werden, damit der Baum in die Hõöhe getrieben und für Straßenpflanzung geeigneter wird. Wuchs und Holz bleiben bis zum Alter gesund, sodaß ein Verjüngen nach den bisherigen Erfahrungen nicht nötig ist. Er gedeiht auf jedem nahrhaften, nicht zu trockenen Boden vorzüglich, verträgt andererseits ziemlich viel Feuchtigkeit und eignet sich deshalb auch besonders gut zur Bepflanzung nicht zu schmaler Straßen.
Auch für Form- und Buschobstkultur ist der Boskoop sehr geeignet. Als Unterlage dient in kräftigem Boden am besten der Johannisapfel(Paradies), in ärmerem Boden der Splittapfel (Doucin). Im übrigen ist der Boskoop, weil er den Schnitt gut verträgt, für alle Formen geeignet. Die Augen treiben, auch selbst bei langem Schnitt, sehr willig aus. Für Krankheiten und Feinde ist der Boskoop nicht empfänglich, in einigen wenigen Fällen ist das Fusicladium aufgetreten.
Die Tragbarkeit ist eine regelmäßige. Sie beginnt an Hochstämmen oft schon nach 5— 6 Jahren, am Formobst sehr bald nach der Pflanzung.
Von vielen Seiten wird der Boskoop als„die Canada-Renette des Nordens“ und als der beste Ersatz für die Casseler Renette dort, wo diese am Schorf leidet, bezeichnet. Er gedeiht und liefert gute Ernten auch in höheren und rauhen Lagen.
Besonders zum Umpfropfen älterer Bäume von geringen und unfruchtbaren Sorten empfehlen wir den Boskoop als eine stark wachsende und bald tragende Sorte.


