Goldparmäne.
Reifezeit: Oktober bis Februar.
Name und Heimat: Die Goldparmäne ist englischer Herkunft. Sie wurde vor mehr als 100 Jahren in Deutschland eingeführt und ist seitdem in allen Teilen unseres Vaterlandes wie keine zweite Apfel- sorte verbreitet. Man nennt sie auch Goldrenette im Elsass, in Baden, Bayern, Westfalen, am Rhein und Taunus, in Hannover, Landshut und Berlin, auch wird sie als Wintergoldparmäne, englische Wintergold- parmäne und Königin der Renetten bezeichnet.
Gestalt: Gut ausgebildete Früchte erreichen 60— 65 mm Durchmesser. Die Frucht ist hochgebaut, stumpfkegelförmig, regelmäßig, zuweilen auch rundlich und abgeplattet.
Kelch- Weit offen, Kelchblätter weit zurückgeschlagen, am Grunde auffallend grün und fein wollig, Einsenkung weit, geräumig.
Stiel- Dünn, holzig, 10— 12 mm, in mitteltiefer, grünlicher, fein berosteter Höhle.
Schale: Glänzend, grünlich und goldgelb, mit orange- und karmesinfarbenen längeren und kürzeren Streifen. Dazwischen auch rot verwaschen, zuweilen mit einzelnen Warzen versehen und leicht berostet. Wenig Geruch. Welkt nicht.
Fleisch: Weiß ins Gelbliche spielend, fein abknackend, renettenartig gewürzt und süß, nicht sehr saftreich, in der Vollreife mürbe.
Kernhaus: Offen, zwiebelförmig. Kerne klein bis mittelgroß, braun, kurz zugespitzt.
Kelchhöhle: Trichterförmig, abgestumpft.
Eigenschaften der Frucht.
Die Goldparmäne gehört zu den verbreitetsten und bekanntesten Apfelsorten. Ihre schön gold- und orangegelbe, mit lebhaft karmesinfarbenen Streifen versehene Schale macht sie zu einer der ansprechendsten und begehrtesten Marktfrüchte. Von ihr kann man wohl sagen, daß sie auf allen deutschen Märkten in großen Mengen vorhanden ist und daß das Angebot der Nachfrage entspricht. Der angenehm würzige und süße Geschmack, den dieser Apfel in vollem Maße schon zu Ende Oktober besitzt und bei rechtzeitiger Ernte auch bis zum Februar bei- behält, ist ein Vorzug, welcher der Goldparmäne ihre vielen Freunde erworben hat und sie ihr erhalten wird. Schon im Spätsommer erlangen die Früchte ihre prächtige Färbung, und Anfang bis Mitte September sind sie vollentwickelt und pflückreif. Sobald sie zu lange am Baume bleiben, werden sie auf dem Lager mehlig. Bei trockenem, armem Boden neigt die Goldparmäne infolge ihres übermäßigen Fruchtansatzes sehr dazu, sehr viel kleine, unansehnliche Früchte zu liefern und einen großen Teil derselben frühzeitig abzuwerfen. Sie ist wenig empfindlich beim Versand und welkt nicht auf dem Lager.


