lockeres, sehr mürbes Fleisch wird allgemein hochgeschätzt. Ohne an seinem Wohlgeschmack einzubüßen, hält er sich von Oktober bis Weihnachten und oft darüber hinaus. Aus diesem Grunde und weil er deutschen Hausfrauen eine gut bekannte Sorte ist, wird der Prinzenapfel sehr begehrt und hoch bezahlt. Er zählt ferner zu den Sorten, welche bald und regelmäßig tragen, deren Früchte, trotz des langen und dünnen Stieles ziemlich sturmsicher und wenig empfindlich beim Versand sind. Die Sorte liefert bei der Ernte nur wenig Obst zweiter und dritter Wahl und wird besonders als Dörrapfel geschätzt. Die Frucht welkt leicht.
Im Laufe der Zeit sind eine Anzahl von Spielarten des Prinzenapfels entstanden, deren Früchte in Form und Farbe mancherlei Abweichungen von der Muttersorte zeigen, durchweg aber nicht so gut und schön wie diese sind. Von verschiedenen Seiten wird allerdings behauptet, daß manche dieser Spielarten die guten Eigenschaften der Stammsorte besitzen, dabei aber gesunder sind, und größere Ernten und Früchte liefern. Eine in Schleswig-Holstein als„Goldprinz“ geführte Abart des Prinzenapfels zeichnet sich durch leuchtendere Farbe und durch frühere und reichere Fruchtbarkeit aus.
Eigenschaften des Baumes.
Der Baum verlangt in der Baumschule einen durchlässigen, feuchten, nahrhaften Boden, sonst ist er oft so schwachwüchsig, daß man die Kronenveredlung auf anderer Unterlage an- wendet. Nach mehrjährigem Rückschnitt der Leittriebe, den diese Sorte wegen schlechten Aus- treibens der Seitenaugen und auch wegen des einseitigen Wuchses der Kronenzweige unter allen Umständen verlangt, bildet der Prinzenapfel eine gleichmäßige Krone, die allerdings dazu neigt, zu schlank in die Höhe zu wachsen und damit der Gewalt der Stürme einen bequemen Angriffs- punkt zu bieten. Trotzdem kann die Sorte zu den für Straßenpflanzung geeigneten gezählt werden. Der Prinzenapfel liebt Gebirgs- und Seeklima; je näher der Küste, um so besser gedeiht er, um so schöner sind seine Früchte. In Nord- und Mitteldeutschland gibt es heute noch eine große Zahl von Prinzenapfelbäumen bis zu einer Stammstärke von 2 m Umfang, die nachweislich gegen Ende des 18. Jahrhunderts gepflanzt sind.
Alte Bäume dieser Sorte zeigen an Stamm und Aesten die eigenartige Erscheinung zahl- reicher, beulenartiger Wucherungen, welche oft Sitz des knolligen Krebses sind. Eine Folge dieser Krebserscheinungen ist der starke Austrieb zahlreicher Wasserschosse aus dem alten Holze, die dem Baume ein besenartiges Aussehen geben. Die schiefe Stellung seiner Stämme ist für den Prinzenapfel charakteristisch. Die beigegebene Abbildung eines Holsteiner Veteranen ver- danken wir Herrn Lesser-Kiel.
Die Sorte ist nicht anspruchsvoll und für Norddeutschland zum allgemeinen Anbau zu empfehlen.
Die Blütezeit fällt spät. Die Blüte entwickelt sich langsam, währt lange Zeit und ist wenig empfindlich. In solchen Lagen, welche erfahrungsgemäß unter späten Frühlingsfrösten leiden, selbst in Gebirgslagen bis zu 1800 m Höhe, hat sich die Sorte als besonders wider-
standsfähig erwiesen.


