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im hochloͤblichen Weſtphaͤliſchen Craͤiß. 89
Bremen zu, die Feſtung, und fuͤrnehmer Paß Drackenburg, oder Drackenborg, auch in der Graffſchafft Hoye.
So viel aber de Graffſchafft Hoya/
auch noch in Weſtphalen. Wie wir finden, ſo iſt ein Weſtphaliſch Neuhauſen, Anno 1637. von den Kaͤiſeriſchen eingenommen worden.—
Obernkirch/ ein Kloſter in der Graff⸗
anbelanget, ſo ſagt Johann Becherer in der Thuͤ⸗
ringiſchen Chronic, am 593. Baat, es ſey Graff Ot⸗ V to von der Hoya, der letzte deß Stammes, Anno
15 82. geſtorben, und die Graffſchafft an die Hertzo⸗ ge von Braunſchweig und Luͤneburg, gefallen. Die neue Braunſchweigiſche Chronic berichtet an dem 348. Blat, daß in gedachtem Jahr, den 16. Februa⸗ rij, auff dem alten Graͤfflichen Schloß Hoya, ge⸗ dachter Graff Otto zur Hoya, und Bruchhauſen, geſtorben, der ſechs Bruͤder gehabt, deren Theils auch verheurath geweſen, aber, ſampt ihme, und alſo ſieben Bruͤder, innerhalb ſechs und dreyſſig Jahren, ohne Erben/ verſtorben, und alſo dieſes loͤbliche Ge⸗ ſchlecht, ſo von Kaͤiſer Lotharij deß Sachſen Re⸗ gierung, biß auff dieſe Zeit florieret hatte, verloſchen. Die hinderlaſſene Herrſchafften ſeyen den Lehen⸗ herren, nemlich, den Hertzogen zu Braunſchweig und Luͤneburg, und Landgraffen zu Heſſen heim⸗ gefallen. Die Hertzogen zu Braunſchweig haben bekommen folgende Schloͤſſer, Stoltzenow, Eren⸗ burg, Sieck, Steigerberg, Sidenburg, Depenaw, Barenburg: den Hertzogen zu Luͤneburg ſeye zuge⸗ fallen, Hoya, und Nienburg, die fuͤrnehmſte Statt in der Graffſchaſſt, Lavenau, und Bruch⸗ hauſen; der Landgraff zu Heſſen habe bekommen Ucht, und Freudenberg. Die Hertzogen zu Braun⸗ ſchweig und Luͤneburg, haben das Hojeſche, und Bruchhauſiſche Wappen, ihrem gewoͤhnlichen Schilde einverleibet, ſich hinfort drey Helmen ge⸗ braucht, des Tituls aber niemals angemaſſet. Am
ſchafft Schauenburg, nicht gar fern von Buͤcken⸗ burg welches, als vom Kaiſer Ludovico Pio, Kqi⸗ ſer Carls deß Groſſen, Sohn, geſtifftet, fuͤr das aͤlteſte zwiſchen der Weſer, Leine, und Aller, ge⸗ halten wird. Was darbey liegt, nennet Span⸗ genberg einen Flecken: Der Mindiſche Bericht eine Statt heutigs Tags.
Oldersheim vier tauſend Schritt, uͤber
Emdden, an der Embs, in Oſt⸗Frießland gelegen. Hat einen herrlichen Port, ſchoͤne Haͤuſer, und or⸗
dentliche Gaſſen wie eine Statt, und ein ſtattliches Schloß, auff welchem vorhin die von Oldersheim Hoff gehalten, welches Geſchlecht aber vor kurtzer Zeit mit Acrone abgeſtorben iſt. In Atlante wird dieſer Ort Olderſum genant, und geſagt, habe ſechs Pfarrkirchen.
Orſoy„eine Statt am Rhein, gegen Dinx⸗ laken uͤber, welches Orſoy man in die Graffſchafft Moers, von der hie oben, rechnetz wiewol Theils ſol⸗ che Statt dem Cleviſchen Land noch geben. Bey den Niderlaͤndiſchen Kriegen hat die Statt auch mitleiden muͤſſen. Und hat folgender Zeit Spa⸗ nien eine Beſatzung hie unterhalten. Aber Anno 1632. iſt ſie von Graff Wilhelmen zu Naſſau mit Ernſt belägert, und den 7. Novembris, ſampt dem Schloß, mit Accord erobert worden; nach dem zu⸗ vor eines Hauptmanns Anſchlag darauff gefehlet hatte. Anno 1638. zu Außgang des Octobris, hat ſie durch Feuer, einen groſſen Schaden gelitten.
406. Blat ſtehet daſelbſten, daß, nach Anzeig der ge⸗ ſchriebenen Mindiſchen Chronicken, im Jahr 1295. das Graͤff iche Schloß HOYA, ein Schloß mit der Weſer umfloſſen, das Staͤttlein aber in zwey Theil abgetheilet, gebauet worden ſeyn ſolle; Die Stifftsgenoſſen hatten ſich darwieder geleget, mit Einwendung, der Grund und Boden waͤre Min⸗ diſch, es ſeye aber darbey verblieben. Und dieſer Chronic wird am ſicherſten zu glauben ſeyn. Siehe aber auch, was Hamelmann in dem Oldenburgi⸗ ſchen Chronico part. 3. cap. 15. pag. 399. hier⸗ von ſchreibet.
Niem/ oder Nihem/ nahend Driborg, im Stifft Paderborn, ein Stattlein, ſo die Schwe⸗ diſchen, ſampt dem benachbarten Staͤttlein Stein⸗ heim, oder Stenheim, am Flußlein Hec, und auch in dieſem Stitff gelegen, Anno 1639. außgeplun⸗ dert haben. Beſagtes Stenheim iſt des Hermanni Tulichij und Reineri Reineccij Vatterland; wie Chytræus lib. 3. Sax. p. 83. ſagt:
Nienhuß/ oder Neuhauſen/ nahend Lippſpring, und Paderborn, und in ſelbigem Stifft, an der Lippe gelegen, Es iſt auch ein Nienhuß, in der Graffſchafft Bentheim, an der Vechta, und alſo
Ort ſoder Orthen/ ein ſehr feſtes Schloß, der Graffen von Oſt⸗Frießland, gegen Leer, oder Lier, uber, wo die Læda in die Embs faͤllet; wie Em⸗ mius ſchreibet.
Per/ oder Peer/ in Staͤttlein im Stifft
Luͤttich an der Dommele, und den Graͤntzen von Braband.
Petershagen/ wiſchen Minden und Stol⸗ tenow, an der Weſer, ein feiner Flecken, darinn ein Caſtell, mit einem Wald verſehen; allda deß Bi⸗ ſchoffs von Minden Reſidentz iſt; ſo Anno 15 19. Biſchoff Johann von Hildesheim, in dem Braun⸗ ſchweigiſchen Kriege, und die Schwediſchen, Anno 1636. eroberk haben: Wie auch Anno 1553. Her⸗ tzog Philippus Magnus, Hextzog Heinrichs deß Jungern zu Braunſchweig, Sohn, welcher die Ur⸗ ſach ſeines Kriegs, dieſe fuͤrgewandt, daß Biſchoff Frantz zu Minden, Oßnabruck und Muͤnſter, in vorigen Jahren, deß Landgraffen zu Heſſen Macht, und Waffen, in Belaͤgerung des Schloſſes Wolf⸗ fenbuͤttel, als ſein Vatter, gedachter Hertzog Hein⸗ rich, anß dem Lande getrieben worden, verſtaͤrcket haͤtte, wie Chytræus lib. 18. Sax. p. 465. ſchreibet.
Py rmont ein feſtes Hquß, oder Schloß, ij in


