Graff Wilhelmen zu Neuenar, ſeinẽ Tochtermann,
88 Beſchreibung der fuͤrnehmbſten Staͤtt und Plaͤtze
vornehmbſte Werck an dem Oceano zu zehlen waͤre. V Man haͤlt die Erbauer vor Wiclefiſten, weiln ſie noch vor Luthero, wie es mit der Geiſtlichkeit da⸗ maln bewandt geweſen, in dem Gebaͤu, von auſſen, mit Bildern, in der Hoͤhe, nach der Laͤnge in die Stein gehauen, vorgemahlet haben: Daher auch gleich Anfangs allhie die Religion reformieret iſt. Es iſt dieſer Marcktfleck das Haupt in Brœcme- Trla.
Melle/ ein Staͤttlein im Stifft Oßnabruck, nahend den Ravenſpurgiſchen Graͤntzen, und Broockmolle. Ligt an der Elſe.
Meſchede/ an der Ruhr, in dem Hertzog⸗ thumb Weſtphalen, deſſen Titul Chur⸗Coͤlln fuͤh⸗ ret. Die Gegend herumb, wird das Sauerland von Theils genannt. Iſt eine feine Statt, darbey nahend Galilaa liget.
Moͤllenbeck/ ein Kloſter, in der Graff⸗ ſchafft Schauenburg, nahend Rinteln, und der Weſer, ſo Hilleburg, Graff Uffonis Gemahlin, An⸗ no 896. unter dem fuͤnfften Biſchoffe Dragone zu Minden, geſtifftet hat.
Moͤrs/ oder Murs/ igt bey Orſoy und Ordingen, unfern vom Rhein, wird Lateiniſch Morſia, und Murſa genannt. Es hat dieſe Statt und Schloß, ſampt zugehoͤriger Graffſchafft, vor dieſem eigene Graffen gehabt, die Reichs⸗ und Weſtphaͤliſche Craͤiß⸗Staͤnde geweſen. In einem Bericht uͤber die Reichs⸗Matricul ſtehet alſo: Moͤrs, Moers,oder Moͤrſch, ſo jetzt Naſſauiſch, und Staadiſch, gibt nichts. Es hat auch vor die⸗ ſem allbereit Streit deßwegen geben, als der Her⸗ tzog von Cleve das Lehen daruͤber ertheilet gehabt, darwider ſich Fiſcus gelegt hat, und haben dieſe drey Graffſchafften Moͤrs, Rodenach und Sarwerden, vorhin einen Herrn gehabt. Die Graffſchafft Moͤrs iſt von Graff Wilhelm zu Widt, und Moͤrs, auff
Sarwerden aber(darinn die Statt Malburg) an Graff Johanſen zu Naſſau kommen. Waren al⸗ les Reichslehen. Biß hieher der Bericht. Der letz⸗ te Graff zu Moͤrs iſt, wie man findet, Anno 1589.
geſtorben. Der Hertzog von Parma nam ſolchen b
Ort, Anno 1586. und hernach Printz Moritz von Oranien, Anno 1597. auch ein. Es lebte aber noch eine Graͤffin von Moͤrß, nemlich, des enthaupteten Graffen von Horn, und hernach deß Graffen von Neuenar, Wittib, die Anno 1600. geſtorben, welche dieſe Graffſchafft dem hochgedachten Printz Mori⸗ tzen im Teſtament vermacht hat; dahero auch An⸗ V no 1601. als ihme, nach Abſterben der von Moͤrs, der Hertzog von Guͤlch und Cleve, dieſe Graffſchafft vorenthalten wollen, ſolche, ſampt dem gedachten Hndlehtt mit Gewalt eingenommen. Und ward nno 1606. deßwegen ein Vergleich getroffen, daß die Statt Moͤrs ſolte Neutral ſeyn, das Schloß aber Printz Moritz mit zwey hundet Soldaten be⸗
ſetzen, und, daß, nach ſeinem Tod, ſolcher Ort
an Cleve fallen ſolte. Ob es geſchehen, wird ge⸗ zweiffelt..
Muͤlheim/ Molheim/ eine Freyheit unterhalb der Statt Coͤlln, an dem Ort Rheins ge⸗ legen, wo der Ubier Haupſtatt vor alten Zeiten geſtanden, dahero vor der Statt Cölln Mutter zu halten, wie ſolches die Stuͤcke von groſſen, und ſehr alten Gebaͤuen unter der Erden, zu erkennen geben; und allda deß C. Julij Cæſaris hoͤltzerne Bruͤck uͤber gemacht worden ſeyn ſolle; wie man dann deſſen gegen Muͤlheim uͤber Anzeigung gibet. Dieſer Ort, als welcher zu dem Hertzogthum Berg gehoͤ⸗ rig, haben nach Abſterben deß letzten Hertzogen von Guͤlch, deſſelben Landes Innhabere, Brandeburg, und Neuburg,zu einer Statt bauen wollen, dar⸗ wider aber die von Coͤlln proteſtiert, und am Kaͤi⸗ ſerlichen Hof die Sach dahin gebracht, daß ſolcher Bau vom Kaͤiſer Matthia verbotten, und ſolche Neue Statt vom Spinola, Anno 1614. einge⸗ nommen, der Wall geſchleyfft, und darauff das fol⸗ gende Jahr von den Coͤllniſchen dahin geſchickten Baumeiſtern, und Werckleuten, die Haͤuſer und Gebau, nidergeriſſen, und alles in den alten Stand gerichtet worden. Bey dem hernach entſtandenen Teutſchen Krieg, hat man wieder allhie zu bauen, und fortificieren angefangen; Aber Anno 1641. die Fortificationen, im Auguſto, wieder geſchleyfft. Gleichwol, was man damaln, aus eingebildeten be⸗ weglichen Urſachen an ſolcher Befeſtigung eingeriſ⸗ ſen hatte, das wurde befindlichen, gegenwaͤrtigen, nothwendigen Nutzens halber, das folgende zwey und viertzigſte Jahr wiederumb auffgefuͤhret; als 3 Frantzoſen, Weymar⸗und Heſſiſche, im Lande
gen.
Neuſtatt/ oder Nuſtatt/ m Hertzog⸗ thumb Gulch, in der Gegend Guſteren, Vucht, Tudder und Sittart, gegen den Luttichiſchen Graͤn⸗ ess d iſt auch ein Nuſtatt in der Graffſchafft
arck.
Niddeck/ igt auch im Hertzogthum Guͤlch, ein feines Staͤttlein, zwiſchen Duͤren und Zuͤlpich, an der Roer,oder Ruhr, ſo die Frantzoſen, und ihre Bundsgenoſſen, Anno 1642. eingenommen ha⸗
en 4 Nienburg/ Nyenburg/ oder Neu⸗
enburg/ Nienborg/ an der Weſer, und in der Graffſchafft Hoya, welche Statt und Feſtung, An. 1627. den 16. Novembris, die Kaiſeriſchen ein⸗ bekommen, und hernach Anno 1635. den 20. 30. Ju⸗ mij, mit Accord uͤbergeben haben. Und war fol⸗ gends dieſes Platz wieder in Luͤneburgiſchen Haͤn⸗ den; biß daß Anno 1639. der Schwediſch General, Johann Banner, zu Boitzenburg zwey Regiment zu Pferd, und drey ſtarcke Hauffen zu Juß uͤber die Elbe gehen ließ, die ihren Zug hieher nahmen, und dieſe Feſtung durch Anſchlag einbekamen. Es ligt unterhalb dieſer Statt/ zwiſchen ihr, und Hoya, auff
Bremen


