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Topographia Westphaliae : Das ist, Beschreibung der Vornembsten , vnd bekantisten Stätte, vnd Plätz, im Hochlöbl. Westphälischen Craiße / An tag gegeben, von Matthaeo Merian [Textverf. Martin Zeiller]
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26 Beſchreibung der fuͤrnehmbſten Staͤtte und Pläͤtze

wiler und Aebtiſſin/ wieder erhebt und vermehrt. Es werden allda auch der vierdten Aebtiſſin/ nemlich, der heiligen Pinnoſæ, Reliquien in hohen Ehren gehal⸗ ten und verwahret. Und iſt in der Abtey eine

Peynn, und ſonderlich an dem Ort darinn, die orht genant. Die Kirch oder das Muͤnſter, iſt gar ſchoͤn, in welcher eine Tafel zu ſehen, ſo der be⸗ ruͤhmte Bruinius von Coͤlln gemacht hat. C auch andere Kirchen allda, als zu S. Quintin, S. Johann, S. Geerth und im Spital. Und ſchreibet der Irrlaͤnder Thomas Carve, Ober⸗Caplan, in des Walteri Devoroux Regiment, cap. 3 2. P. 275. Trinerari, daß es allhie allerhand Glauben, als den Catholiſchen, Lutheriſchen, Calviniſchen, Zwingli⸗ ſchen, Wiedertaͤufferiſchen, Huſſitiſchen, auch Ju⸗ den und Heyden ſo ſich dahin geſetzt habe. Wel⸗ ches wir aber ihn verantworten laſſen. Sonſten finden wir, daß Anno 1793. ein groſſer Religions⸗ ſtreit in dieſer Statt ſich zwiſchen den Lutheranern

Es ſind

und Calviniſten erhoben hat. G. Braun im dritten Eſens/

SIgt in Oſt⸗Frießland, an einem flieſſenden Waſſer, ſo nicht weit darvon ins Meer faͤl⸗

let. Iſtveſt, und iſt das Schloß allda noch veſter. Es hat zwiſchen dem Herrn dieſer Statt und dem Graffen von Oſt⸗IFrießland, vor dieſem viel Strittigkeit, wegen der hohen Obrigkeit geben. Dann die von Oſt⸗Frießland berufften ſich auff die ihnen daruͤber von den Kaiſern Friderico IV. und Carolo V. verliehene Lehen: Die von Eſens aber woſten freye Herren, und denen vorgenannten nicht unterworffen ſeyn. Anno 1740. ſtarb der letzte Herr von Eſens, vnd kamen die Herrſchafften Eſens, Wittmund und Stedesdorp, ſammt gantz Harlingen, an ſeine Schweſter Onna, des Graff Otten von Rettberg in Weſtphalen Gemahlin; und folgends an die Grafen von Oſt⸗Frieß⸗ land. Dann ihr beyder Sohn, Graff Johannes von Rett oder Rittberg, ſo Anno 1564. geſtorben, nur zwo Toͤchter hinderlaſſen, deren die eine, nehmlich, Fraͤulein Walpurg, Graff Enno klII. zu Oſt⸗Frießland Anno 1781. geheurathet hat, dar⸗

durch dann aller ſo lang gewahrter Streit ein Ende genommen, und dieſe obernannte Herrſchafften, an

Theil ſeines Staͤttbuchs, nennet dieſelbe Imperiale Oppidum Collegiato virginum& Canonicorum Sodalitio præſtans, in welchem die Innwohner Handlung an frembde Ort treiben Theils mit dem Weberwerck, oder Geſpunſt: Andere mit Schmid⸗ werck umbgehen. Wie dann nicht bald ein Ort zu finden ſeyn ſolle, da man mehr allerley Buchſen machte, dann eben allhie. Sie haben Brunnen ge⸗ nug, und gibt das Land herumb allenthalben die ſchwartzen Steinkohlen, ſonderlich aber, wo Steek oder Stiel, Steltium oppidum, vom gedachten Braun genant bey der Ruhr ligen thut. So traͤgt auch der umbliegende Boden koͤſtlich gut Getreyd und Weitzen, daher dann das ſchoͤne weiſſe Brod koͤmmt, das man ſo hoch haͤlt. Siehe von obge⸗ dachtem Fuͤrſtlichen Jungfrauen⸗Kloſter die Braunſchweigiſche Chronic am 600. Blat.

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Eſena.

die Graffen von Embden, oder Oſt⸗Frießland, ka⸗

men. Siehe Hermann Hamelmann in der Ol⸗ denburgiſchen Chronic, part. 3. cap. 14. fol. 364. und inſonderheit Ubbonem Emmium, in ſeinen Frieſiſchen Hiſtorien. David Chytræus lib. 1 5. Sa- xon. p. 392. ſchreibet: Daß die von Bremen dieſe Statt mit unauffhoͤrlichem Stuͤrmen den 8. Octo⸗ bris, Anno 1740. durch feurige Pfeile und Ku⸗ geln, ſo ſie hinein in die Haͤuſer geſchoſſen, ange⸗ zuͤndet, und ſie in die Aſche gelegt haben. Wel⸗ ches den Herrn dieſes Orts, Herrn Balthaſar, der an Verſtand und Leibe ſchon kranck, und von jeder⸗ mann verlaſſen war, alſo gekraͤncket hat, daß er nach wenig Tagen, von Schmertzen, Sorgen, Arbeit und Kranckheit abgezehret, geſtorben. Es haben aber nichts deſto weniger diejenige, ſo in denen Be⸗ ſatzungen zu Eſens und Witmund waren, ſelbige Schloͤſſer noch beſchutzet. Es iſt auch Anno 1414. und ingleichem vorhero, dieſe Statt von den Bremern einge⸗ nommen worden.

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Eußkirchen.

( St ein Stattlein im Hertzogthumb Guͤlich, Ihzwiſchen Zulpich und Cochenheim, ein wenig auff der Seiten, auff Muͤnſter⸗Eyfel,

und dem Land Eyfel zu, gelegen; ſo ſich An⸗ no 1642. den Weymariſchen ergeben. Es haben zwar zu Eingang des Mertzen, die Kaͤiſeriſchen einen Anſchlag auff dieſen Ort gemacht, aber

der gienge vergebens ab, und verlohren ſie noch darzu daruͤber bey fuͤnffzig Mann. Siehe Thea⸗ tri Europæi vierdten Theil p. 847. ſeq. Als ſie her⸗ nach im Mayen von dannen abgezogen, ha⸗ ben ſie die Statt⸗Pforten verbrandt.

Flori-

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