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Topographia Westphaliae : Das ist, Beschreibung der Vornembsten , vnd bekantisten Stätte, vnd Plätz, im Hochlöbl. Westphälischen Craiße / An tag gegeben, von Matthaeo Merian [Textverf. Martin Zeiller]
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10 Beſchreibung der fuͤrnehmbſten Staͤtt und Plaͤtze Aurich.

gemein das Oſt⸗Frießland nennet, an ei⸗

nem rauhenwaldechten, unfruchtbaren,

aber zum Jagen bequemen luſtigen Ort, und

bey acht tauſend Schritt von Embden, auch mitten

in des Graffen von Embden, oder Oſt⸗Frießland/

Gebieth, ſo ſich mehrentheils von den ſieden Vieh⸗

marckten ernehret. Iſt mit einem kleſnen Wall und Graben umgeben, gleichwol wider einen groſſen

Gewalt nicht gnugſam: Aber des Graffen Schloß⸗

G im Emddiſchen Lande, ſo man ins

und Reſidentz allda, auff der einen Seiten, iſt veſter und wer das bekompt,hat auch die Statt. Es iſt all hie das Obergericht. Hat faſt keine Freyheit mehr, und iſt daher mit Norden, weniger mit Embden nicht zu vergleichen, wiewol ſie auch mit ihnen bey den Landtaͤgen ſitzet. Siehe Ubbonem Emmium lib. 2. rer. Friſicar, fol. 26. item, de Friſia Orien- tali pag. 24. feq.& in Friſiæ Orienta- lis Chorogr. deſeript.

fol. 58.

Berchem.

S.

St eine Statt im Hertzogthum Guͤlich, 649 an der Erp, oder Erpe, zwiſchen Bed⸗

bur, und Kerpen gelegen, allda An. 1642. die untrten Frantzoſen, Weymariſch⸗ und Heſſiſche, ihren Auffenthalt hatten, und auch im 43. daſelbſten verharreten. Von dieſem Guͤlchiſchen Staͤttlein, ligt ein Dorff gleiches Nahmens, in deſ⸗ ſen Kirchen der heilige Egilhardus, geweſener achte Abt des Kloſters 8. Corneli, an dem Waſſer Inda, den die Nordmannen umbs Jahr 831. umgebracht haben, verehret wird. Ein mehrers finden wir zur Zeit nicht von dieſem Ort.

Von Bedbur aber, ſo auch an der Erp gele⸗ gen, wird geleſen, daß ſolche Statt von Natur veſt, aber ſampt dem Schloß, im Coͤllniſchen Krieg, An⸗ no 1783. von den Bayeriſchen erobert worden ſey. Hat eine Herrligkeit, oder Herrſchafft darzu gehoͤ⸗ rig, welche die Graͤfin von Moͤrß, des enthaupten Graffen von Horn, und hernach des Graffen von Newenar, Wittib, ſo Anno 1600. geſtorben, dem Graffen von Bentheim vermacht hat; wie Mete⸗ xanus in ſeinen Niderlaͤndiſchen Hiſtorien, lib. 21. ſchreibet. 3

Im vierten Theil aber des Theatri Europæi, p. 846. ſtehet, daß Anno 1642. der Herr Graff von Salm, den Weymariſchen General Leutenant Dupadel, gutwillig auff ſein Hauß Beber, oder Bedbur, genommen, daranff zweyhundert Bau⸗ ren lagen, welche Zeit ſeines Einzugs, ihm ſein

Pferd unterm Leibe, und etliche andere der Seini⸗ gen im Salve geben, darnieder, und zugleich dero Ge⸗ mahlin, dreymahl durch die Kutſchen geſchoſſen, deſ⸗ ſen ſich Herr General Leutenant hoch beſchweret, und auff Abſtraffung der Thaͤter,getrungen; man aber vorgeben habe, daß keiner zu erfragen, und die That, als waͤren ſie meiſtens voll geweſen, deren Grobheit etwas entſchuldigen muſte. Der. Herr Ge⸗ neral haͤtte darauff ſein Hauptquartier zu Bedbur gehalten. Und ſtehet am 848. Blat, daßin ſolcher Zeit, in einem von undencklichen Jahren hero un⸗ geoͤffnetem Gewoͤlbe, einer dem Herrn Graffen

von Salm unbewuſter Schatz gefunden worden,

den man auff zween Waͤgen aus Bedbur/nach Nie⸗ der⸗Weſel, weggefuͤhret habe. Die Kaͤiſeriſchen hatten hernach einen Anſchlag von oben herab, auff Bedbur, wurden aber mit ihrem Schaden empfan⸗ gen, unangeſehen, ſie in den Vorhoff kommen wa⸗ ren, und einen Leutenant mit ſechszehen Soldaten niedergemacht hatten. Gleichwol ſo kam dieſer Ort endlich im Octobri in Kaͤiſeriſch⸗ und Bayriſchen Gewalt. Wie aber vorher dieſes Staͤttlein und Schloß, an die Herren Graffen von Salm kom⸗ men, das iſt uns noch zur Zeit unwiſſend. Und iſt darbey dieſes zu erinnern, daß Theils eines Staͤttlein allhie gar nicht ſondern nur des Caſtells, oder Schloß, gedencken.

Bielfeld/ Bilefeld.

.8)]) zwo von Hervord, zwiſchen der Graff⸗

der Graffſchafft Ravenſperg, gelegen. Der Nam ſoll ihr von Biel, oder Beil herkommen, damit man erſt die Baͤume umbhacken, und ein

= St eine Weſtphaͤliſche Hanſee⸗Statt, weites Feld, neben dem naͤchſtgelegenen Berg, zu ſieben Meilen von Oßnabruck, und Erbauung der Statt hat raͤumen muͤſſen. Und

gibt es noch viel Holtz herumb; und ligt auſſer der

ſchafft Rietberg, und Engern, in Statkt auff einem Berge und Felſen, das veſte

Schloß Sparenberg. Man macht da ſchoͤne kleine Leinwat. Nicht weit davon entſpringet der Bach

Lutter, der bald wieder in einen andern faͤllet. S. Jo⸗

han⸗

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