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Topographia Hassiae, Et Regionum Vicinarum, Das ist: Beschreibung vnnd eygentliche Abbildung der vornehmsten Stätte vnd Plätze in Hessen, vnnd denen benachbarten Landschafften, als Buchen, Wetteraw, Westerwaldt, Löhngaw, Nassaw, Solms, Hanaw, Witgenstein, vnd andern / M. Z. [Ill.: Matthäus Merian]
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118 Beſchreibung der

Juͤngere, als Graff Hermann zu Dier⸗ torff, vnnd Graff Philips Ludwig zu Gi⸗ denvoden, wegen der Theilung deß Lands, in groſſe Feindſchafft gegen einander gera⸗ then, auch durch offentlichen Krieg einan⸗ der wegen der Herrſchafft Runckel, alſo in die Haar kommen umb das Jahr Chriſti 1626. daß daruüber nicht allein die Landleu⸗ the in groſſe Vnkoſten vnd Gefahr geſetzet, die Beampten in beklaglichen Schadenjh⸗ rer zeitlichen Wolfarth gerathen, ſondern auch die alte vom Hauß Haͤnaw⸗Buſch⸗ weiler bürtige Matron, beß weyland hoch⸗ wolgebornen obged. Gottſeligen Graffen Wilhelms von Wied nachgelaſſene Fraw Wittib/ ſampt einem Fraͤwlein, aus ihren

Wittibs Sitz dem Schloß zu Runckel, et⸗ ne geraume Zeit außgetrieben worden. A⸗ ber noch gröſtere Laſten ſeynd dieſer Herr⸗ ſchafft zugewachſen von Aafang deß jetzi⸗ gen Teutſchen Kritegs de Anno 1520. biß hieher, durch allerlen Contributiones vnnd Kriegs⸗Preſſuren, vnauffhoͤrliche Einquartierung, vielſaltige Durchzuge der Kriegs⸗Voͤlcker vber die Steinerne Bruͤcke zu Runckel. Der allerhaͤrtiſte Stoß aber iſt dieſer Herrſchafft vnd Staͤtt⸗ lein Runckel gegeben worden Anno 1634. bald nach der Nördlinger Schlacht, da der Cardinal Infant durch die Wetteraw vor⸗ uͤber gegen Villmar oberhalb Runckel ſet⸗ nen Weg nacher Coͤlln, vnnd den Spant⸗

ſchen Niderlanden genonnnen; Sintemal

damahls die Iſolantſche Croaten, den Ort

grawſamblich angefallen, erobert, gepluͤn⸗

dert, keines Menſchen geſchonet, ſondern

auch etliche ſteinalte Leuthe ohne Barm⸗ hertzigkeit erwuͤrget, endlich den Orth in Brandt geſteckt, vnnd alles, Kirch, Schul vnd Pfarr⸗ Haͤuſer, etugeäſchert, auch das Schloß, wetl einer ſo ſtarcken vnverſehe⸗ nen Macht, kein Gegenwehr zu thun war, auff Gnad vnd Vngnad crobert, darin⸗ nen die Kaͤyſeriſch⸗Spaniſche dann gleich⸗ fals alles gepluͤndert, etnen jungen Graf⸗ fen von Wedt gefangen genommen,(wel⸗ cher hernacher in Oeſterreich gefuͤhret wor⸗ den) vnd nach allem veruͤbten Muthwüllen auch das vhralte ſchoͤne Schloß in Brand geſtecket, daß nichts, als ein trawrtges An⸗ ſehen der Mawren im Schloß vnd Staͤtt⸗ lein geblieben. Bey welchem Brandt vnder

vornembſten Orth

andern auch deß obgedachten Graff Phi⸗ lips Ludwigen todter Coͤrper, ſo vor dem Schloß vff dem Rathhauß noch vber Erd lund⸗ verbrunnen vnnd eingeaͤſchert wor⸗ en.

Obgedachte Graffen von Wied ſeind in der Reichs⸗Matricul, auff 4. zu Pferd, vnd 12. zu Fuß, oder 96. Guͤlden,(darfuͤr Einer 120. Guͤlden ſetzet,) Monatlich, vnnd zum Cammergericht Jaͤhrlich auff vier vnd zwantzig Guͤlden, angelegt. Bey naͤchſtem, in den Jahren, 1653. vnnd 54.

gehaltenen Reichstag zu Regenſpurg /ſeyn, als Reichsſtaͤnde, erſchtenen, Herr Frte⸗ derich, vnd Herr Johann Ernſt, Graffen zu Wiedt, Herrn zu Runckel, vnnd Yſen⸗ burg. Es gehoͤren aber dieſe Herrn Graf⸗ fen nicht zu dem Ober⸗Reintſchen, ſondern dem Weſtphaͤltſchen Craiſſe, vnd ſolte da⸗ her auch dieſes Runckel daſelbſt eingebracht worden ſeyn: weilen aber Einer zu meiner nacher Franckfurt geſchickten Beſchrei⸗ bung der Heſſiſchen, vnnd benachtbarten Oerter; neben andern auch dieſen darzu ge⸗ ſetzt; ſo wid Er daher anjetzo, im Anhang, dabey gelaſſen. Anno 1645. gteng allhie,

zu Runckel, ein Weymariſche Parthey

vber die Lohn, ins Naſſawiſche, vnd raubte viel Vieh. Es hat aber Ferdinand, Frey⸗

Herr von Palland, auß Limburg, Voͤlcker, auff dieſelbe, alß Sie wieder allhie, zu Run⸗

ickel, die Lohn paſſirt, geſchickt, die ſolche zwiſchen Nider⸗Brechen, vnd Kirchburg, in einem Dorff angetroffen, vnnd Ihnen die Beute abgejagt haben; wie in romo 5. Theatri Europæi, f. 661. b. ſtehet. Wicd belangende, davon ſich dieſe Herren Graf⸗ fen ſchreiben, ſo iſt Altenwied, im obge⸗ melten 1634. Jahr, von densppantſchen, zu grund außgeplündert worden. In einer der newlichſten Franckfurtiſchen Relationen, lſt einkommen; das hochwolgedachter Herr Graff Frtederich von Newen Wied/ ſo zwiſchen Andernach, vnnd Coblentz, an dem Rhetn, 2. Tagratſen ober Coͤlln, reſi⸗ dirt, geſinnet ſeye, Jedermann in ſein Land auff zunehmen, ohne vnderſcheid der Relt⸗ gton vnd ohn etnigen Pfenning zu zahlen; Er wolle auch Landguͤtter außthetlen, dar⸗ auff ſich ein redlich Mann, mit ſeinem Haußweſen, ernehren

koͤnne. Ruͤſſels⸗

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