Neukirch.
ES fleuſt durch die Graffſchafft Zlegen⸗
hain das Waſſer Schwalm, vnnd in daſſerb die Grenff, ein ſtarcker Bach; an welchem die Statt Neukirch ligt, in deren die Graffen von Ziegenhain, vorweilen, vnter anderm, ein Graͤfflich Schloß, vnd Sitz, gehabt, weiches doch nunmehr in Grund abgebrochen iſt. Es iſt dieſes Staͤtt⸗ lein vor dein naͤchſten Krieg, ziemblich er⸗ baut geweſen; aber, in deinſelben, gleich andern Staͤttlein im gantzen Lande, ver⸗ wuͤſtet, vnnd zum theil verbraunt worden. Hat ein Ampt, ſo, ohne die Adelichen, et⸗ wa in 3. oder 10. Doͤrffern, beſtehet; ſon⸗ ſten aber mit Fruchtwachs, Gehoͤltz, Wild⸗ bahn, vnd friſchen Waſſern, ziemblich verſehen iſt. Es hat dabey noch zwey ab⸗ ſonderliche Gerichte, als, Ottra, vnnd
Roͤlßhauſen. Nidda.
Schloß vnd Staut, ſo das Haupt in der — Graffſchafft dieſes Namens, davon oben im Eingang dieſes Tractas geſagt worden. Es haben vor Zeiten die Graffen allhie Hoff gehaiten. Jetzt iſt dieſer Orth Fuͤrſtlich Heßiſch⸗Darmſtattiſch. Die Nidda fleuſt voruͤber.
Dein Hoſpital zu Nidda hat A. 1263. Ludwig Graf zu Ziegenhain, verkaufft Brungesrode, davon die Worte un Kauff⸗ brieff alſo lauten: Nos Ludovicus Comes de Zigenhain, prædium noſtrum infra li- mites oppidi noſtri in Nidde ſitum, quod Brungesrode nuncupatur, cum omnibus attinentiis ſive appendicibus ſuis, cultis vel incultis, ædificatis vel ædificandis, pi- ſcationibus, aucupationibus, nemoribus, pratis, paſcuis, aquis, rivis ductis vel du- cendis, pro XL. Marcis legalium denario- rum vendidimus& tradidimus titulo pro- prietatis in perpetuum dilectis fratribus in Chriſto, ſacræ domus hoſpitalis in Nidde.
Aufß einer Glocken ſtehet: Laudo Deum verum, Satanam fugo, con- voco Clerum. Zu Nidda iſt geweſen der erſte Supe-
rintendens Johannes Piſtorius, Patronus
in Heſſen vnd den benachbarten Landen.
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pauperum& ornamentum Patriæ totiusque Germaniæ, wie ſein Grabſtein jhm das Lob gibt. Deſſen Landgraf Philips, der aͤlter, ſich in vielen angeſtelten Colloquiis ge⸗ braucht hat. Anno 1647. verſicherten ſich die Niederheßiſchen dieſes Orts.
Ortenburg.
Z Wiſchen der Graffſchafft Hanaw, vnd Nidda ligt in der Wetteraw, die Herre ſchafft, Staͤttlein, und Schloß Orten⸗ burg, ſo ein Gemein, oder Ganerben Orth, daran auch Iſenburg theilhat; vnd dann auch der Glauberg/ auff welchem vor Zeiten ein groſſe feſte Statt gelegen, ſo vom Land⸗Volck zerſtoͤret worden. Auß den Steinen derſelben ſind der Fleck Glau⸗ berg, das Cloſter Conradsdorff, vnnd an⸗ dere vmbligende Oerter erbauet worden. Im Jahr 136s. haben Adolff Johann vnd Gerlach, Grafen zu Naſſaw, Conrad Herr zu Trimperg, vnnd Conrad ſein Sohn, Conrad, Herr zu Weinsberg, vnd Eberhard, Herr zu Epſtein, ein Burg⸗ Frieden allhter auffgerichtet. Im Jahr 13839. verpfaͤndet Herr zu Epſtein, vnnd Gottfried, ſein Sohn, Herrn Johann von Iſenburg einen vierdten Theil an dem Schloß Ortenberg, an Burg vnd Statt.⸗
Pleſſe/ oder Pleß.
EIn Hauß, vnnd Herſchafft, ein halbe — Meyl, vnderhalb Goͤttingen, an der Leina, zwar das Hauſe, oder Schloß,⸗ ziemlich weit von ſolchem Fluß, an einem Eck deß Waldes, auff einem ſehr hohen Berge, gelegen: Iſt ein Reichs Barona- tus, oder freye Herrſchafft, vnd daß Schloß von vnderſchledlichen ſehr alten Gebaͤuen, doch groſſen raums, vnnd mit allerley zu einem ſolchen Berghauß noͤthigen Gele⸗ genheiten wol verſehen; hat auch einen ſehr tieffen durch den Felſen gehauenen Brunnen, hohe Mauren vmbher, vnnd Oſtenwerts, gegen dem Wald, oder der ebene deß Bergs, einen tieffen in den Fel⸗ ſen gebrochenen Graben; Weſtenwerts aber, einen vberauß herrlichen fernen Pro⸗ ſpect, oder Außſehen, ins Land zu Heſſen, vnd Braunſchweig, zwiſchen der Weſer, vnnd Leina; da man eine groſſe menge
Schloͤſſer,


