Druckschrift 
Topographia Hassiae, Et Regionum Vicinarum, Das ist: Beschreibung vnnd eygentliche Abbildung der vornehmsten Stätte vnd Plätze in Hessen, vnnd denen benachbarten Landschafften, als Buchen, Wetteraw, Westerwaldt, Löhngaw, Nassaw, Solms, Hanaw, Witgenstein, vnd andern / M. Z. [Ill.: Matthäus Merian]
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102 Beſchreibung der vornembſten Otth

(Obgedachter Dieterich von Thuüͤrtngen ſetzet, nachdem er zu Ortrant, welches Hydruntum iſt, die Kaͤyſerin beſucht, ſeye er zu Schiff gangen, vnd darinn am Fie⸗ ber geſtorben.) Anno 1228. iſt ſein todter Leichnam wider auß Italia in Thuͤringen gefuͤhrt, vnnd daſelbſt ins Cloſter Rhein⸗ harts⸗Bron begraben; aber S. Eliſabeth auß dem Schloß, da ſte gewohnet, von den Oberſten deß Lands, die au ihres verſtor⸗ benen Herrn Brudern, Landgraf Hein⸗ richen hiengen, verſtoſſen, vnd aller Gü⸗ ter beraubt, auch jhre Kinder auß dem Schloß getragen worden, vnd dorffte ſie kaum jemands beherbergen. Aber durch jhre Befreunden, wurd jor wider geholf⸗ fen, vnd kam ſie darauff nach Marpurg, allda ſie den Armen in dem Spital, ſo ſie erbawet, viel Handreichung, Dtenſt, vnd Lieb erzelget; davon dann der Ertz⸗B⸗ ſchoff zu Fiorentz Antonmus part z. tit. 19.] cap. I1. alſo redet: Eliſabetha hoſpitale paðperum conſtruxit,& ſi quid bonum vel delectabile quidquam habuit, ori proprio ſubtrahens, pauperibus in ejus hoſpitio ma- nentibus miniſtrabat, in lectis eorum ſer- vabat, eoſque tegebat.

An. 1231, im Wintermonat iſt S. E⸗ liſabeth geſtorben, vnd hernach An. 1235. vom Papſt Gregorio in die Zahl der H. Gottes geſchrieben, vnd gerechnet worden. Anno 1233. haben die Herren deß Ritter⸗ lichen Teutſchen Ordens bey Marpurg zu wohnen angefangen. Welcher Orden ſich vnter Friderico II. vmbs Jahr 1190. hat angefangen; von deren Vrſprung, wel⸗ cher mehrere Wiſſenſchafft begehrt zu ha⸗ ben, kan leſen in Bernhard von Luͤtzenbuꝛgs Buch, de Ordinibus militaribus.

der lincken Seiten deß Chors, in der Ge⸗ raͤth⸗Cannner, ſtehet Ihr Monument v⸗ ber der Erden, auff 4. hoͤltzeren Fuͤſſen, vnd einem ſchwartzen Laden von Holtz, auff welche ein Deckel, oder Futteral, ſo das gantze Werck bedeckt, vnd man aufztehen, oder ablaſſen kan, gerichtet iſt. Wann das Eyſerne Gegaͤter, ſo ſonſten ſtarck ver⸗ wahrer iſt, auffgemacht wird, kan man gantz herumb kommen, vnd alles eygend⸗ lich beſehen. Das Monument, ſo viel deſe ſen vberm vnderſten Kaſten ſtehet, iſt gautz von geſchlagenem Silber: vnd durchauß obergüldet, auch allenthalben mut ſcho⸗ nen geſchnittenen Steinen, Crſſtallen, ond ſehr viel kleinen Steinen, darunder auch nicht wenig Dobbleten, gezteret, vnd verſetzt. Die groſſe Bilder daran herumb ſeynd zwey Bilder bey dem Creutz, S. Matia, die 4. Evangeliſten, vnd 12. A⸗ poſteln, vber welchen deren Namen mit alter Schrifft ſtehen, wie deſſen wir Be⸗ richt erlangt. Andere ſagen, Als S. Elt⸗ ſabetha in Anno 1231. den 19. Noveiubr. in jhrem bey Marpurg erbautem Hoſpi⸗ tal geſtorben, iſt ſie in eine Capellen, bey der Ftrmaney, dartnn ſie jederzett jhren Gottesdienſt verrichtet, begraben worden. Davon inden ſich in einem alten Buch, in der Bibliothec des Stiffts zu Hirſch⸗ feldt dieſe Wort: Darnach bawet S. E⸗ liſabetha zu Marpurg einen groſſen Ho⸗ ſpital, Gott zu Lob, darauff verbauet ſie fuͤnff tauſend Marck, vnd hat fuͤnff tau⸗ ſend Marck durch GOTT geben. Dar⸗ nach ward jhr hetliger Leib begraben, nach Fuͤrſtlichen Ehren, zu Marpurg in Heſ⸗ ſen⸗Land, in dem Spital in einer Capellen, nach Chriſtt Geburt 1231. Jahr.

In die Dottrung deß Spitals haben

Anu. 1235. den 14. Auguſtt iſt das Fune zwar erſtlich vinb gewiſſer Vrſachen wil⸗

dament der Kirchen S. Franciſci, ſonſten

len nicht einwilligen wollen Landgraf Con⸗

St. Eliſabethen genandt, bey Marpurg rad vnd Landgraf Henrich, ſonderlich daß

geleget; vnnd Anno 1236. S. Eliſabethen todter Letchnamb, erhaben, vnd in Bey⸗ ſeyn deß Kaͤyſers, vnnd vieler Geiſt⸗ vnnd

ſte ſolchen Hoſpttal den Bruͤdern deß Spt⸗ tals von Jeruſalem auffgeben hette auß Einfalt, wie ſie reden in einer Supplication

Weltlicher Perſonen, in ein beſondere an Pabſt Gregorium IX. gethan. Doch

Capell verſetzt,(Davon beſiehe auch Suf-

fridum in Epit. ſub annis 1212.& 1236.)

Solche Kirch iſt Anno 1290. den 1. Matj,

endlich auff anhalten Magiſtri Conradi von Marpurg, der Zeit Viſirators der Cloͤſter in Teutſchlanden, vnd S. Eltſabethen

vollendet worden. Und dieſes wentge iſt Beichtvatter dahin eingewilliget, vnd den

ußder gemelten Beſchretbung gezogen. Spttal ferner nach jhrem Vermoͤgẽ dotirt;

In dieſer S. Eltſabethen Kirchen auff tunhalt eines daruͤber verfernaten Brleffe D

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