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5 88 Beſchreibung der vornembſten Orth
reich Gebaͤw, deſſen helffte(andere ſagen, das gantze Gebaͤw) allein auff ſechszehen Saͤulen, welche auß einem gantzen Stein (jede) gehawen, ruhet. Es iſt die Statt vor Alters mit groſſen Vorſtaͤtten vmbgeben geweſen, welche aber in den vielfaͤltigen Heſſiſchen Kriegen, ſo durch jnnhetmiſche Spaltungen ſich erhaben, intt der Zeit ver⸗ heeret, vnd wuͤſte gelaſſen worden. Sohat auch in An. 1562. die Statt durchs Fewer, das an etlichen Orten von boͤſen Leuthen eingelegt worden, nicht geringen Schaden erlitten. Nach dem die Heſſen das Chriſten⸗ thumb angenommen, ward bald darauff in An. 736. die Abbtey, vnd Stifft zu Herß⸗ feld angefangen, vnd Anno 737. Lullus zu einem Abbt in die Kirch zu Herßfeld elnge⸗ ſetzt, der in ermeltem Jahr das Stifft an⸗ gefangen zu bawen, welches Pipinus, Koͤ⸗ nig in Franckreich, vnd deſſen Sohn Ca- rolus Magnus dotirt: Auch von Heſſen vnd Thuͤringen viel darzu geben worden. Ein anderer, nemblich Chriſtophorus Brouverus, in ſeinen Antiquitatibus Ful- denſibus, ſagt, daß der erſte Abbt zu Fulda, der Sturmius, auß geheiß deß H. Bonifacii, erſtlich die Herßfeldiſche Abbtey angefan⸗ gen, hernach von dannen auff Fulda ſich
begeben habe. Were alſo er der erſte Abbt allhie geweſen. Kaͤyſer Carls deß Groſſen Præceptor, oder Lehrmeiſter, der Alcui- nus, oder Albinus Flaccus, hat ſich hernach auch ein Zeitlang allhie auffgehalten/ vnnd iſt da begraben worden, wie das Grab noch in beſagter Kirchen zu ſehen. Es ſeyen auf⸗ ſer deß beſagten Alcuini, viel vornehmer Leuthe Corper darinn auffbehalten wor⸗ den, vnter welchen deß heiligen Btſchoffs Lulli, deß H. Abbts Wigberti, vnd deß H. Maͤrtyrers luſtini. Auff dem Spitz oben, boch vber dem Tach, iſt eine verguͤlte Hand zu ſehen, ſo den Zeiger, vnnd Mittelfinger, wie man zu ſchwoͤren pflegt, vber ſich haͤlt, welches deß Koͤnigs Ludovici vnd Lotharij, Symbolum ſeyn ſolle, die dem Cloſter, vnd der Kirchen Schutz verſprochen haben. In gemelter Kirch thut auch der beruͤm⸗
te Philoſophus Fridericus Rifnerus ru hen, welcher vonhter buͤrtig, deß Petri Ka⸗ mi Gehuͤlff, vnd weyland Marhematum Profeſſor zu Pariß, geweſen iſt. Das
Gymnaſium, oder Lateiniſche Schul all⸗
hie, hat Abbt Michael, im Jahr 1769.
geftifftet vnnd 40. tauſend Thaler darzu geben.
Am Rathhauß haͤngt ein eyſern Hut, welcher zum Gedaͤchtnuß iſt der Verraͤ⸗ therey, ſo wider dieſe Statt, Anno 1378.an S. Vitalis Abend vorgehabt Berlet von Volckershauſen, Abbt daſelbſt, wie dieſes Eteoſtichon weiſet:
Veſpera Uvitalis crux ſacra plena malis.
Davon zu leſen die Thuͤringlſch Chronic Johann Becherers pag. 365. vnd Johann
Bangen pag. 145. ſeq. der auch am 159.
Blat ſagt, daß Hirſchfeld im Jahr 1439. an S. Stephani Tag den mehrerntheil auß⸗ gebronnen ſey. Dieſes Stifft Hirſchfeld iſt ein kleines, aber ſehr luftiges, vnd frucht⸗ bares Laͤndlein, vnnd hat, zu einer Fuͤrſtli⸗ chen Reſidentz alle erwuͤnſchte Gelegenhei⸗ ten, als nottuͤrfftig Wildpret, Schnabel⸗ weide, Fiſchereyen, Frucht, vnnd Wieſen⸗ wachs, Viehezucht, ꝛc. Graͤntzet meiſtlich mit dem Stifft Fulda, der Graffſchaff Zie⸗ genhain, vnd Nider⸗Furſtenthum Heſſen. Der Fuldaſtrom laufft mitten dardurch, neben der Statt Hirſchfeld her, da gleich ge⸗ gen vber der Haunfluß, ſo auch im Stifft Fulda, bey Huͤnefeld,entſpringt, ſich in die Fulda verlettet, an welchem Haunfluß, oberhalb Hirſchfeld, noch ein gantz Heſſiſch Aemptlein ligt, das Ampt Hauneck ge⸗ nannt. Iſt ſehr gering, von einzehlen Doͤrf⸗ fru, vnd ligt faſt rund vmb auff Fuldi⸗ ſchem Boden. In dieſem Ampt ligt auff ei⸗ nem ſehr hohen runden Berge, das Schloß Hauneck, der Stoppelsberg ſonſt genannt. An demſelben Berge hat es einen koͤſtlichen Steinbruch, deßgleichen man nicht viel finden wird, da ſolche groſſe gantze ſtuck Stein ſein ſolten; alſo daß davon nicht al⸗ lein die 16. ſteinerne Pfeile zu Hirſchfeld, in der Stifftkirchen, deren jede 18. Schuch hoch, vnd vber zwo Klafftern dicke, ſondern auch gantze ſteinerne Kumpfe, vnnd lange Tafeln, auß gantzen ſtucken daſelbſt auß⸗ gehawen werden. Gegen dieſem Hauſe vber, beym Fuldiſchen Hauſe Fuͤrſteneck, ligt der ſehr hohe ſpitzige Soeßberg, auff deſſen Spitzen ſich drey Fuͤrſtenthumb theilen oder zuſammen graͤntzen, als das
Stifft Fulda, Stifft Hirſchfeld, vnd das Fuͤrſtenthumb Heſſen. Gedachte Statt Hirſch⸗
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