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Topographia Hassiae, Et Regionum Vicinarum, Das ist: Beschreibung vnnd eygentliche Abbildung der vornehmsten Stätte vnd Plätze in Hessen, vnnd denen benachbarten Landschafften, als Buchen, Wetteraw, Westerwaldt, Löhngaw, Nassaw, Solms, Hanaw, Witgenstein, vnd andern / M. Z. [Ill.: Matthäus Merian]
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die Buͤrger allhie ſich auch zu ſeiner Lehr

bekand;denen das Thum⸗Capttel zu Wuͤrtz⸗

in Heſſen vnd den benachbarten Landen. 85

vnnd dem Schwediſchen Obriſten Lesle entſetzt, auch die letzte Schantz, den 14. diß,

burg ſo das Jus Patronatus vber die Ktr⸗ auff gnad, vnd vngnad, erobert; wie kem⸗ chen allhte, es nicht verwehret. Abbt Phi⸗ nuz, im zweyten Theil vom Schwediſchen

lipp Schenck von Schweinsberg aber hat A. 1543. das Interim allhie eingeführt, vnd hat die Statt hernach A. 15 5 3Marggraff Albrechten von Brandenburg, der damah⸗ lenin dem Stifft Fulda vbel gehauſet, ze⸗ hen tauſend Guͤlden, jhrer Guͤter halben, geben muͤſſen: Iſt aber bey dem Religions xercitio, nach der Augſpurgiſchen Con⸗ fetmon, biß auff das Jahr 1603. geblieben, inwelchem Abbt Balthaſar von Derm⸗ bach, ſo Anno 1606. geſtorben, daſſelbe all⸗ hie eingeſtellet hat.

Hanaw.. Je Grafſſchafft Hanaw ſoll den Name haben von den Hunis, welche Voͤlcker dlſſeit Rheins beruͤhmt geweſen, deſſen auch gedenckt Brouver. lib. 1. cap. 2. pag. 5. Dieſer Theil der Wetteraw, dariiũ Hanaw gelegen, iſt ſehr reich an Wein, Fruͤchten

Krieg berichtet; vnd ferners vom Schwe⸗ diſchen Obriſten Ramſay beobachtet, biß ſie uim Hornung 1638. durch ein Krtegeliſtre⸗ cuperirt, vnd ihrem rechten Herrn Graff Philips Moritzen zu Hanaw wider vber⸗ lieffert worden, welcher, nach dem er in be⸗ ſagtem 38. Jahr wider zu ſeinen Landeu kommen, ein Deduction⸗Schrifft wider den gedachten General Majorn Ramſay außgehen laſſen; wie iim 3. Theil deß Thea-

ſay aber wurde bey dieſer Einnehmung der Statt hart geſchoſſen, vnd nacher Dtllen⸗ burg gefaͤnglich gefuͤhrt, allwo er in Anno 1639. wegen empfangenen Schuſſes vnnd anderer dar zu kommenden Leibs inconve⸗ nientien, auch, wie etliche ſagen, wegen zu ſehr vieler Maͤßtgung in Eſſen vnd Trin⸗ cken, geſtorben. Nach obhochwolgemelten Herrn Graffens zu Hanaw Todt, hat die

vnd Wildpraͤt: Hat ſchoͤne Flicken vnnd hinterlaſſene Fraw Wittib, ein geborne Doͤrffer. Hanaw iſt die Hauptſtatt indiſer Fuͤrſtin von Anhalt, wegen jbres einigen

Graffſchafft, 6 gute Teutſche Meylen vom

Rhein, 2. von Franckfurt/ vnd an dem Fluß

Kuͤntz, nahend dem Mayn gelegen.

Dieſe Statt ligt nicht allein wol, vnd an

einem luſtigen Ort, ſondern auch ſchoͤn er⸗ bawet, mit Waͤlleen vnd Graͤben, ꝛc. wol be⸗ feſtiget, vnd in die Alte, vnnd Newe Statt, abgetheilet. Hat neben der Pfarr auch ein Niderlaͤnd⸗vnd Frantzöoſiſche Kirch, vnd ein ſtattliches Schloß. Der Schwediſ. Obriſt Hubald hat ſolche den 1. Novembris, An. 1631. mit Liſt eingenommen, vnnd die Alt⸗ ſtaͤtter von den Newſtaͤttern, durch Schlieſ⸗ ſung der Pforten, abgeſondert, vnd iſt hin⸗ der dem Schloß, vber den Graben, auff den Wall kommen. Ward folgends von den Kaͤyſeriſchen faſt ein Jar langbelaͤgert:der Zeit in der Statt innerhalb zweyer Monat, fuͤnff kauſend Seelen, ſo zur arbeit, vnnd Gewehr, tauglich, an der Peſt geſtorben. Das Roßfleiſch wurd auff offenem Marckt, das Pfundt vor zwantzig Pfenning feyl ge⸗ halten, Katzen, vnd Hunde auffgezehret; a⸗ ber an Brot, vnnd Wein, hatte man noch

b einziemliche Notturfft. Endlich ward die⸗ ſes Jahrs, den 13. Brachmon. dieſe Statt, voon Land⸗Graff Wilhelmen zu Heſſen,

Jungen Herrn Sohnes, Philip Ludwigs, die Statt Hanaw inngehabt, vnd dieſe Ve⸗ ſtung, mit jhrem eygenen Volck, der Kaͤy⸗ ſerlich. Mayeſt. vnd dem Reich zum beſten, verwahret, auch die Graff vnd Herrſchaff⸗ ten, in An. 1641. regieret. Es iſt aber gemel⸗ ter junger Herr bald geſtorbenzvnd kam ſetn Herr Vetter, Herr Graff Johann Ernſt, der letzte auß den Herrn Graffen von Ha⸗ naw⸗Muͤntzenberg, vnd Schwartzenfelß, zur Regierung, welcher aber auch im Jahr 1642. den zwoͤlfften Jenner, an den Kinds⸗

Blattern geſtorben, nach dem er nur ſieben Wochen dieſe Graffſchafft inngehabt, vnd das Beylager mit einer jhme allbereit ver⸗ traweten Fuͤrſtin von Anhalt, innerhalb4. Wochen,hette halten ſollen. Vnd kame al⸗ ſo dieſe Graffſchafft an die ander Lini, nem⸗ lich die Herrn Graffen von Hanaw Liech⸗ tenburg, bey Straßburg. Wie dann der aͤlteſte Herr derſelben, nemlich Herr Frie⸗ derich Caſimir, ſeines Alters im 19. Jahr, die Poſſeſſion der Graffſchafft, im Hor⸗

nung, in Beywohnung deß Herren von Fleckenſtein, alsbalden angenommen: der Anno 1647. ſich an eine Fürſtin von An⸗

halt verheurathet hat; vnnd Anno 53. auff

L nij dem

tri Europæi fol. 848. ſeqq. ſtehet. Er Ram⸗