Druckschrift 
Topographia Hassiae, Et Regionum Vicinarum, Das ist: Beschreibung vnnd eygentliche Abbildung der vornehmsten Stätte vnd Plätze in Hessen, vnnd denen benachbarten Landschafften, als Buchen, Wetteraw, Westerwaldt, Löhngaw, Nassaw, Solms, Hanaw, Witgenstein, vnd andern / M. Z. [Ill.: Matthäus Merian]
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in Heſſen vnd den benachbarten Landen.

welchem beyd Bawevnd Fewrholtz zur No⸗ thurfft vnd aller gnuͤge genommen werden. Was es vor Doͤrffer, Guͤter/ Zehenden ha⸗ be in den Aemptern vnd Vogtheyen Roſen⸗ thal, Loelbach, Wolckersdorff, Francken⸗ berg, Schonenſtein, beſiehe bey J. Leznero, der von dieſein hohen Hoſpital ein eygenen Tractat beſchrieben, cap. 3.§. Wie das Cloſter Haina beguͤtert worden. Der auch im folgenden vierdtẽ Capitel beſchret⸗

83 Darnach, das ich dein Volck regier, Daß wir allbeyd gefallen dir, Vnd was ich hie geſtifftet hab, Daß ſolches nicht werd g'ſtellet ab; Vnd wer das thut, den ſtraff dein Hand, Mit Armuth, Kranckheit, Suͤnd, vnd Schand, Biß daß Er deinem Willen gefall, Erkenn, vnndthue: Sprecht Amen

bet das gantze Gebaͤw, als den Creutzgang, Capitel⸗Gaſt⸗Krancken⸗Waſch⸗Schlaff⸗ Back⸗Braw⸗Haͤuſer. Itemn die Muͤhle, Schneydmuͤhl. Wie auch im 6. Cap. das

Kirchengebäw, darin ein Glock zu finden

mit folgendem Verß: Da veniam Chriſte, plebs ſupplicat& ſo⸗

nus ilte.

Deſſen Gieſſer villeicht geweſen Scvetinus Haſe Colonienfis, welches man muthutaſ⸗ ſet, weil drey Haſen mit z. Ohren darinn zu ſehen. Die Graffen von Ziegenhain, auff welcher Graffſchafft Grund vnnd Boden es gelegen, haben allhie jhre Sepultur ge habt, wie dann zu ſehen Graffen Johannſen Graͤbnuß, deren der eine An. 1558. der ane der 145 3:geſtorben. Der Durchl. vnd Hoch

geborne Fuͤrſt vnd Herr, Herr L. Philips zu

all. Der erſte Vorſteber deß Hoſpitals Haina iſt geweſen Heintz von Ludder, deſſen Bild⸗ nuß daſelbſt in einem auffgerichteten Stein ſchoͤn außgehawen. Iſt ein dapfferer treff⸗ licher Mann geweſen, den Landgraff Phi⸗ livs zum Hauptmann vber die Veſtung Ziegenhain geſetzt, da er ſonderlich ſein Muth, wie auch ſein Trew gegen ſeinen Lande⸗Herrn ſehen laſſen, wie drunden bey Ziegenhain zu ſehen. Dieſes Heintzen von Ludder gedencken Cyrtacus Spangenberg, im 2. Theil ſeines Adelsſpiegels l. 5. c. 10. Johan. Manlius T. z. Loc. Com. tit. de Stu- diis. Was ferꝛner da geordnet worden von den Fuͤrſten zu Heſſen, befindet ſich bey dem gedachten Letzner.

Hain/ in der Drey⸗Eych.

Heſſen,hat dieſes Cloſter oder Hoſpital zu Vnderhaltung 500. armer gebrechlicher Manns Perſonen Chriſtlich deputirt An. 1527. wie dieſer löbliche Fuͤrſt auch anderer Stiſſter vnd Cloͤſter Einkommen zu Schu⸗ len vnd armer Leuthe Erhaltung gewendet; Als die Cloͤſter zu Marpurg, das Augu⸗

V b

HAin ‚oder Hagen ein feines Staͤttlein

in der Drey Eich, ſampt einem mit Graben verwahrtem Schloß, ein ſtarcke Meylwegs von Franckfurt gelegen, iſt in Vorjahren den Herren von Müntzenberg zugeſtanden, vnd als der Müntzenbergiſche Stam mit Herrn Vlrichen, dem letzten die⸗

ſtiner Cloſter zu Alsfeld hat er an dte hohe ſes Geſchlechts, vmb das Jar 12 50 außge⸗ Schul zu Marpurg, verwendet: Gru⸗ ſtorben, per ſucceſſion. fomineam an Ha⸗

naw/ Merckshauſen/ vnd Hofheim, vor arme Wetbs Perſohnen, Hoͤckelem/ vor die Pfarrers Wittwen, Kaufungen, vor die Adeliche arme Jungfr⸗zur Morgen⸗ gab, Rotenberg vor die verlebte Pfar⸗ rern verordnet. Als Herr Landgraff Pht⸗ lipp zu Heſſen, im Jahr 15 30. beſagtes herꝛ⸗ liche Cloſter Hatna, oder Heyna, zu einem Spital machte, hat er in der Kirchen an ei⸗ nem Stein, vnd in der vornehmſten Gaſt⸗ Stuben, an eine Tafel, mit guͤldenen Buch⸗

ſtaben dieſe Reymen ſchreiben laſſen:

GLtthelff verbreiten mir dein Ehr,

Das iſt mein hoͤchſter Wunſch, vnd Bgehr;

naw u. Falckenſtein komnen. Im Jar 1275. iſt Philippſen, Herrn von Muͤntzenberg in der Theylung intt ſeinem Bruder Wern⸗ herrn zugefallen Caſtrum Hagin, wie es ge⸗ nennet wird, im Lateiniſchen Original, wie auch in andern alten Brieffen, von den Ja⸗ rei. 1256. vnd 1270. Im folgenden 1276. Jahr verkauffte Juda, Graͤfin von Bicke⸗ bach, jhren Antheil am Hain hren beyden Herrn Bruͤdern, deren jetzo gedacht. Im Jar 1401. ſtifftete im Schloß Fraw Anna, geborne von Falckenſtein ein Hoſpital mit Vicarien vnd Altar. Als die Graffen vnnd Herrn von Falckenſtein im Jahr 1419. auß⸗

geſtorbe, haben ſich, als Erben, zu der gautzẽ L ij Fal⸗