in Heſſen vnd den benachbarten Landen.
Merrhauſen, vnnd ergeuſt ſich vnder⸗ halb Felſperg, bey dem Dorff Boͤddingen, in die Eder. Gedachtes Cloſter Merxhau⸗ ſen, iſt von dem alten löblichen Fuͤrſten zu Heſſen, zu einem der hohen Hoſpitalien verordnet worden, daß, gleich wie zu Hey⸗ na, Mannsperſonen; alſo allhie etlich hun⸗ dert arme, gebrechliche, lahme, blinde, taube, ſtumme, tolle, vnnd wahnwitzige Weibsperſonen, ernehret werden ſollen. Dleſes Cloſter hat ſeine ſtattliche Einkom⸗ men; vnnd iſt in der Ringmawer weit vmb⸗ fangen; hat auch viel Gebaͤw, als Scheu⸗ ren, Staͤlle, Braw⸗vnd Backhaͤuſer, vnd andere gute Bequemlichkeiten, vnd vnter andern auch dieſe, daß inan in der Embs, welche durch die Kuchen fleuſſet, die ſtatt⸗ lichſten Forellen von etlichen Pfunden fan⸗ gen kan. Ligt ſonſt in einer enge, zwiſchen z. hohen Bergen. In dem beſagten Ampt, zwiſchen dem Langenberge, vnd Falcken⸗ ſtein, ligt auch das vhralte Staͤttletn Niedenſtein. Auch hat es in dieſem Ampt Gudenſperg ſtattliche groſſe Teiche, inſonderheit einen bey dem Dorff Weren, allda Jaͤhrlich, vor allen andern Orthen deß Landes, ein groſſer Sprienen, oder Stahrenfang, gehalten wird. In dieſer Gegend ligt die Chur⸗Maͤntziſche Statt, vnd Stiffte Fritzlar, gantz auff Heſſtſchem Boden. Es graͤntzet auch ferners an das Ampt Gudenſperg, zwiſchen den Doͤrffe⸗ ren Bahlhorn, vnnd Elben, das Chur⸗ Mäayntziſche Schloß, Staͤttlein, vnd Ge⸗ biet, die Tumburgk genant. Es hat vmb ſolches, vnnd das Staͤttlein Fuͤſchen/ ſo zwiſchen Fritzlar, vnnd Numburg, an dem Waſſer Elbe gelegen, vnnd denen von Meiſeburg gehoͤrig; wie auch beym gedach⸗ ten Cloſter Merrhauſen, vnd dem Staͤtt⸗ lein Wiedenſtein, dieſes Ampt Guden⸗ ſperg, noch etliche Gebuͤrge, vnd Gehoͤltze; ſonſt aber iſt es mehrentheils eben.
Es ſeyn Anno 1249. 1270. vnnd 1350. Schlachten nahend dieſer Statt geſchehen. So iſt ſie An. 1312. in Grund außgebron⸗ nen. lach, Ertzbiſchoff zu Maͤyntz, dieſe Statt beſtritten, vnnd erobert, die Weinberg ab⸗ gebrannt, iſt aber dannoch von dem Obern Schloß, mit groſſem Spott, vnnd Scha⸗ den, zurüͤck getrieben, vnnd abgehalten
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worden. Vnnd ob auch gleich nach jhm Ertzbiſchoff Adolph im folgenden 1382. Jahr, diß Schloß mit einer geſchwinden Belaͤgerung angetaſtet, ſo hat er doch vn⸗ geſchafft abziehen muͤſſen. Von dem Jahr aniſt Gudenſperg, innerhalb 7. Jahren, zweymahl außgebrannt, vnnd zu dem deß Jahrs 13839. dermaſſen zugerlchtet vnnd eingeaͤſchert worden, daß deßwegen, vnnd
ſonſten auch, der vielfaltigen Kriegs Schaͤ⸗ den halber die groſſen Vorſtaͤtte nicht wi⸗ der auffgebawt werden koͤnnen. Der Orth, darauff die Vorſtaͤtte geſtanden, wird noch theils an jetzo die Freyhett genennet. Letzlich hat dieſe Statt in Anno 1786. noch einen ſchweren Brandſchaden, ſo durch Muth⸗ willen eines Knabens verurſacht worden, außgeſtanden, in welchem bey 80. Gebaͤwe durchs Fewer verderbt worden ſeyn. Sie⸗ he die Franckenbergiſche am 40. vnnd die Limpurgiſche Chronicken, am 10. vnd 42. Blaͤttern.
Hachenburg.
EIn Schloß vnnd Statt in der Graff⸗ ſchafft Sam, ſo im Jahr 1246, nach toͤdtlichem Hinntritt Graͤff Henrichs zu Sayn, der Groſſe genant, neben andern Lehenſtuͤcken, auff erſtgedachten Henrici Magni Schweſter Adelhett, vermaͤhlte Graͤffin zu Spanhelm, vnd durch dieſelb dero vier Soͤhne, alle geborne Graffen zu Spanheim, devolvirt worden, vermög Teſtamentlicher Diſpoſition. Vnder die⸗ ſen jetztgemelten vier Bruͤdern, war einer Nahmens Johann der aͤlteſte, welcher hin⸗ terlteſſe zween Soͤhne, nemblich Henrichen vnd Gottfriden. Auff dieſen letzten gemel⸗ ten Graffen, kam in der Bruͤder Theilung im Jahr 1264. gemeltes Hachenburg mit deſſen Zugehoör. Anno 1634. mit eintritt deß Jahrs, thate der Obriſte Grimberg, Commendant in Andernach, einen verge⸗ benen Verſuch, mit ſeinem Schaden, auff
Hachenburg; darin ſich Schwediſche, vnd
waronfange nider der Burgerſchafft wil⸗ len, einquartirt hatten. Ferners hat Anno 1368. Herr Ger⸗
Hernach, den 14. Mertzen forderten auch die Spaniſchen Hachenburg, durch einen Trompeter auff, griffen es aber nicht an, ſondern pluͤnderten Alten Wledt, vnnd andere mehr Orth, zu grund auß.
Im Jahr 1636. auff Abſterben Graff L Ern⸗


