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Topographia Hassiae, Et Regionum Vicinarum, Das ist: Beschreibung vnnd eygentliche Abbildung der vornehmsten Stätte vnd Plätze in Hessen, vnnd denen benachbarten Landschafften, als Buchen, Wetteraw, Westerwaldt, Löhngaw, Nassaw, Solms, Hanaw, Witgenstein, vnd andern / M. Z. [Ill.: Matthäus Merian]
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S. Goar/ oder S. Gewer.

Daß iſt die Hauptſtatt der Untern Graf⸗ ſchafft Catzenelenbogen, und hat den Namen von einem frommen andaͤchtigen Mann, o Goar geheiſſen, der um das Jahr Chriſti 570. eine Kirch daſelbſt geſtifftei, und darin gelehret hat; wie von ihme Dreſ ſerus part. 4. Iſag. Hiſtor. de Epiſcop. Tre- vir. und Jacob. Schopperus part. 3. Cho- rogr. Getm. cap. 6. fol. 690. ſeq. zu leſen. Es ſt dieſes S. Gewer, oder Cella B. Goarts, noch zu des Kaͤyſers Carolt Ma- gn: Zeiten, nichts anders geweſen, als ein Hauß und Sitz der Gaſt⸗Freygebigkeit, darauß die Geiſtlichen, den fuͤruͤber reyſen⸗ den, Speiß und andere Lebens⸗Notturfft, herfuͤr geben haben; wie Brouverus lib. 1. Anciq. Fuld. cap. 7. pag· 26. erinnert.

Es ligt bey dieſer Stadt, auff einem ho⸗ hen Berg, das Schloß Rheinfelß/ wel⸗ ches Graff Diether der erſte diß Namens, Graff zu Catzenelenbogen, aus dem Clo⸗ ſter Mattenburg, Anno 1243. zu einem Schloß und Veſtung gemacht, wie das anzeiget eine alte Tafel, ſo in eiuem Ge⸗ mach allda zu ſehen, mit dieſen Worten: Anno Domini M. CC. LXXVI.

obiit Comes Dietherus in Catzene- lenbogen I. octava Epiphanie Do- mini. ui anno ejusdem M. CC. XLV. incepit conſtruere domum iſtam Rinfels, ante feſtum beati Mar-

tini Epiſcopi. In dieſer Tafel folget alsbald: Anno Domini M. CC. LV. obſeſſum fuit caſtrum iſtud à civita- tibus(XXVI.) Alemanie. Dann, nachdem nach neun Jahren die fuͤruͤber reyſende, den Zoll zu geben, daraus be⸗ zwungen waren, gerieth es endlich zu ei⸗ nem Krieg, alſo, daß viel Städte am Rhein, umb ſolches neuen Rhein⸗Zolls wilien, Stadt und Schloß in gedach⸗ tem Jahr zum hefftigſten belaͤgert; aber nach einem Jahr, und vierzehen Wo⸗ chen, wieder unverrichter Sachen haben abziehen, und dem Graffen den Zoll laſ⸗ ſen muͤſſen. Nach dieſem hat Landgraff Philips der juͤnger diß Schloß mit ſchoͤnen Gebaͤuen erweitet, und mit einem Luſt⸗

Beſchreibung der vornehmſten Orth

liquidum vom illiquido ſeparirt, und an ſtatt ſolcher fructuum etliche Staͤdte, Schloͤſſer, und Aempter, darunter auch Rheinfelß geweſen, Herꝛn Landgraff Ludo wigen Pfandsweiß zuerkand worden, Herz Landgraff Moritz aber nicht parirt: Se iſt zu Vollſtreckung der Urtheil in der Recht⸗ lich eroͤrterten liquidation Sach die Exe- curion angeordnet, Anno 1626. Rheinfelß das feſte Schloß, ſampt dem gegen uͤber li⸗ genden Platz Neu⸗Catzenelenbogen, jetzo die Catz genant, belaͤgert, und durch Accord erobert⸗ auch folgends Herrn Landgraff Georgen, nachdem deſſen Fuͤrſtl. Gnad. Herꝛ Vatter, Herꝛ Landgraff Ludwig, Zeit wehrender Belaͤgerung, nemblich den 27. Julii 1626. zu Darmbſtatt ſeeltglich ver⸗ ſchieden und dieſe Welt geſegnet, nach In⸗ halt der in der Liquidations Sach ergan⸗ gener Urtheil eingeantwortet, hernach auch zwiſchen Herꝛn LandgrafWilhelmen und Herren Landgraff Georgen zu Heſ⸗ ſen, vor ſich und beyderſeits Fuͤrſtliche Li⸗ nien Caſſel und Darmſtadt die Sach unter andern auch wegen dieſer Haͤuſer und der Graffſchafft Nider⸗Catzenelenbogen, durch den von der Kaͤyſerl. Majeſt. confirmirten unnd geſchwornen Haupt⸗Vertrag alſo gaͤntzlich verglichen worden, wie unter an⸗ dern der 16. Articul beſagtes Heßiſchen in offenen Truck außgangenẽ Hauptvertrags außweiſet, alſo lautend: Zum ſechzehenden, wollen wir Landgraff Wilhelm vor uns und alle unſere Eigens⸗und Lehens⸗Erben, Färſten zu Heſſen, und insgemein vor un⸗ ſere gantze Heſſen⸗Caſſeliſche Lini, unſerm freundlichen lieben Vettern und Brudern Landgraff Georgen, und aller ſeiner Liebd.

Erben und Nachkofmen, Fuͤrſten zu Heſſen

Darmſtaͤdtiſcher Lini, erblich und ewiglich

his⸗