vN(61) Dich hat uns jetzt des Todes Hand entriſſen, Mit dem wir oft ſo Schmerz als Freud getheilt. Dich Jonathan, Dich ſollen wir ſchon miſſen, Da GOtt mit Dir von dieſer Erde eilt!
Mußt ich Dich noch, mein Bruder, ſterben ſehen? Mußt ich Dein Freund des Todes Zeuge ſeyn? Mußt ich Dir noch im letzten Kampf beyſtehen? O bittrer Dienſt! wie ſauer gieng es ein. Jedoch Du ſtarbſt, um ewig dort zu leben, Nichts ſtoͤrte Dich in Deines Geiſtes Ruh.
Dein Wille war dem Hoͤchſten ganz ergeben
Im Glauben ſtarck ſchloßt Du die Augen zu. Dich ſehn wir dort in voller Unſchuld glaͤnzen, Wo keine Angſt der Sel'gen Ruhe ſtoͤrt;
Wo man verklaͤrt in unmeßbaren Graͤnzen
Des Hoͤchſten Lob beſtaͤndig ſchallen hoͤrt.
Tief fuͤhlen wir des Schmerzens ſcharfe Waffen, Der unſer Herz im Innerſten durchſticht.
Nur Höchſter Du kanſt uns Erleichtrung ſchaffen Sonſt troͤſten uns die beſten Gruͤnde nicht.
Dein Schluß iſt hart, Du ſchlaͤgſt mit harten Streichen,
Die Stuͤtze ſinckt, der ſtarcke Pfeiler bebt. Nicht Menſchen Witz kann Deinen Rath erreichen, Der uͤber uns im dunckeln Schickſal ſchwebt,
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