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Die Schulung fürs öffentliche Leben freilich fehlte den Frauen von geſtern ſo gut wie ganz und fehlt auch heute noch vielen unter den Frauen. Tauſende aber haben bereits in Berufs⸗ und Vereinstätigkeit Schulung erworben, ohne daß der Mann, der ſich um Frauenſtreben blutwenig kümmert, viel davon gewahr wurde. Der Durchſchnittsmann hält feſt an alten Gewohnheiten, er bleibt allzugern auch in ſeinen Verſammlungen, Frauen ſorgfältig ausſchließend, hinterm Bierkruge ſitzen. Er ahnt garnicht, welch friſches Leben in unſerer Frauenwelt pulſiert, ahnt nicht, was Frauen bereits aus eigener Kraft erreicht und aus ſich gemacht haben. Ein Vergleich zwiſchen Männerverſammlungen und Frauenverſamm⸗ lungen fällt, was Leitung, Vorträge, Diskuſſion betrifft, durch⸗ aus nicht immer zu gunſten des Mannes aus. Kber freilich, wenn dem ſo iſt, dann erſt recht kann der Durchſchnitts⸗ philiſter Frauen in ſeinen Verſammlungen nicht brauchen. Denn er will ja gar keinen energiſchen Aufſchwung, will keine ihn beunruhigende Begeiſterung, will garnicht ſchrankenloſe hingabe und warmes Eintreten für irgend eine Sache, ſon⸗ dern um ungeſtörtes Weitervegetieren in altüberkommenen Sitten und Gebräuchen iſt ihm zu tun. Beim Biertrinken, beim Rauchen, beim Reden von Männerworten ſind ihm Weiber höchſt läſtig.
Wenn ich derart vom Manne ſpreche, ſo habe ich— das auszuſprechen erfordert die Gerechtigkeit— freilich nur den richtigen Philiſter im Kopfe, wie er ſich im engeren Vereins⸗ leben in großen und kleinen Städten gern breitmacht. Die über den Durchſchnitt hinausragen— ich denke z3. B. an die Teilnehmer des evangeliſch⸗ſozialen Kongreſſes, des inter⸗ nationalen Schulhygiene⸗Kongreſſes, an den Verein für Ar⸗ men⸗ und Wohlfahrtspflege, den Derband für kaufmänniſches


