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Die Frauenbewegung, ihre Ziele und ihre Bedeutung / von Elsbeth Krukenberg
Entstehung
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ihre Worte hier anführen, wenn uns Unfähigkeit vorge⸗ halten wird, Dinge von nationaler Bedeutung zu verſtehen, wenn unſere Ceilnahme, unſer Intereſſe als etwas für die Volkswohlfahrt Unweſentliches erklärt wird.

Freilich, das geben wir ſelbſt zu, ſind jetzt noch viele Frauen unfähig, über ihr haus hinaus zu ſchauen, ſind klein und kleinlich, nur für Perſonalklatſch intereſſiert.

Wer aber hinderte ſie, größer denken zu lernen? ihren Blick, wie der Jüngling das tut, von Jugend an auf Großes, Weſentliches zu richten?

Einzig die oberflächliche Art der Erziehung, die nach Mannes Wunſch und Willen geformt ward. Statt die Ziele weit und hoch zu ſtecken, das Verantwortlichkeitsgefühl im Mädchen wie im Knaben zu wecken, beiden pflichten der All⸗ gemeinheit gegenüber aufzuerlegen, ließ man die Mädchen ihre beſten Jahre in gedankenloſem Nichtstun verbringen, lenkte ihren Blick nicht auf das Gedeihen des Ganzen, er⸗ wärmte ihr herz nicht für das Wohl unſeres großen deutſchen Dolkes, ſondern nur an ſich ſelbſt, an den zukünftigen Gatten, an die einſtmalige eigene Familie lehrte man ſie denken. Bis die Frauen ſelbſt in die Erziehung mit eingriffen und höhere Föiele ſteckten als der Durchſchnitt der Mädchenſchulpädagogen ſie für ſeine Zöglinge zu erdenken ge⸗ wagt hatte.

In der Erfüllung großer pflichten allein wachſen die Kräfte. In der Ausübung eines Rechtes allein wächſt und bewährt ſich der Menſch. Nur ein praktiſcher Verſuch der Mitarbeit der Frau im öffentlichen Leben kann, wie das ja auch beim Studium der Fall war, über Fähigkeit oder Unfähig⸗ keit entſcheiden.