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Die Frauenbewegung, ihre Ziele und ihre Bedeutung / von Elsbeth Krukenberg
Entstehung
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wird ihnen damit genommen. Erlahmt der Unternehmergeiſt wegen immer ſteigender Anſprüche der Arbeiter, ſo finden nicht mehr, wie bisher, immer neue hände Krbeit und Ver⸗ dienſt. Da wir aber als Kußenſtehende die jeweiligen Verhält⸗ niſſe nur ſchwer überſchauen können, ſo iſt ein darauflos ggi⸗ tieren eine zu gewagte Sache. Wir können damit oft mehr Schaden bringen als Nutzen.

Ein anderes iſt es— und dieſer Weg ſcheint mir der

einzig gegebene—, wenn wir zum erſten: die Arbeiterinnen an Eigen⸗OQrganiſation nicht hindern, ihren Verſuchen

nach dieſer Richtung hin vielmehr Intereſſe und Sörderung er⸗ zeigen, wo wir irgend können, ihnen unſere Sympathien auch öffentlich entgegenbringen, wenn wir, aber nur ſofern wir orientiert und ſachkundig ſind, nach beſtem Wiſſen zur Schaffung von Organiſationen ſelbſt mit hand anlegen. Zum an⸗ deren aber iſt es Pflicht der Beſitzenden, an das Gewiſſen ihrer eigenen Kreiſe zu rühren, Männer und Frauen zu veranlaſſen, freiwillig alles zu tun, was in ihren Kräften ſteht, um den Unterſchied in Beſitz und Bildung auszugleichen, auf geſetzlichen Arbeiterinnenſchutz hinzuwirken, die Macht der Konſumenten zum Wohle der Arbeitenden zu nutzen. Wer Reich⸗ tum nur als ein pfund anſieht, mit dem er auch zu anderer Beſten zu wuchern hat, ererbtes Gut als eine Gabe, die ihm nicht allein verliehen, ſondern mit für andere anvertraut wurde, wer ſich den Pflichten des Reichtums ſtets bewußt iſt, der wird nicht auf Staatszwang warten müſſen, um für ſeine arbeitenden Brü⸗ der einzutreten. Tatchriſtentum kann man das nennen, aber auch in hohem Maße Intereſſenpolitik. Denn nur durch ſolche Ge⸗ ſinnung wird der 5wieſpalt zwiſchen Oben und Unten überwun⸗ den. Und nur wenn dieſe Geſinnung ſich ausdehnt, werden

wir auch Geſetze bekommen, die die Laſten in gerechterer Weiſe Krukenberg, Frauenbewegung. 17

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