Druckschrift 
Die Frauenbewegung, ihre Ziele und ihre Bedeutung / von Elsbeth Krukenberg
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Ae

Angebot gut bezahlter Stellungen und könnte weit mehr Kräfte unterbringen, wenn ſie nur wirklich genug tüchtige Kräfte zur Verfügung hätte. Über hier gerade tritt ein großer Mangel unſeres pflegerinnenweſens zutage: gleichmäßige gute Vorbildung fehlt. In der Kusbildung der Schweſtern und in dem FSeugnisſyſtem herrſcht abſolute Willkür. Es gibt keine allgemein gültige Normen für gründliche Kusbildung, es gibt keine ſtaatlichen Vorſchriften über einen zu erbringenden Be⸗ fähigungsnachweis. AKuch die in Verbänden üblichen Prüfungen weichen vollſtändig voneinander ab. 36 Monate gelten hie und da als ausreichende Ausbildungszeit, die ausbildenden klerzte ſind zugleich die Prüfenden. Allzu oft ſcheint man ganz zu vergeſſen, daß genau wie beim ärztlichen Beruf gründliche Fachſchulung doch notwendige Vorausſetzung iſt, um den Pflegeberuf in einer den Anforderungen neuzeitlicher Heil⸗ wiſſenſchaft entſprechenden Weiſe auszuüben.

Kuf dem Gebiete der Berufsausbildung der Kranken⸗ pflegerinnen eine einheitliche Regelung herbeiführen zu helfen, wird daher eine der nächſtliegenden Aufgaben der Berufs⸗ organiſation ſein.

Auf Bitten der Schweſtern hat auch der Allg. Dtſch. Frauen⸗ verein und auf ſeine Veranlaſſung der Bund deutſcher Frauenvereine in gleicher Richtung zu wirken verſucht. Bisher freilich ohne Erfolg zu erzielen.

Warum aber ſolche Verſchiedenartigkeit, z. C. ſolche Min⸗ derwertigkeit der Pflegerinnen⸗Rusbildung? Warum macht der Staat Verbandesgründungen nicht davon abhängig, daß die Verbände ihren Schweſtern tüchtige Fachſchulung garan⸗ tieren? Warum regelt er nicht die Arbeits⸗, die Erholungs⸗ und Urlaubszeit der Schweſtern? Verlangt von den Verbän⸗ den Verſorgung im Alters⸗ und Invaliditätsfalle nicht durch