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Berufe gering eingeſchätzt. Nicht nur dem äußeren Anſehen nach ſtanden ſie hinter den Männerberufen zurück, ſondern, was z. C. noch verhängnisvoller wirkte, auch betreffs der Beſoldung.
Schon an der ureigenſten Domäne der Frau, dem haus⸗ frauen⸗ und Mutterberuf, läßt ſich das zeigen. Welche Fülle von Urbeit, von Verantwortung bringt die Leitung eines Hausweſens in ſich. Welche ſchwierige, wenn auch ſchöne, ein
Frauenherz voll befriedigende Kufgabe bedeutet die Erziehung
der Kinder. Wo die hausfrau fehlt, da verödet das heim, fremde hände verderben oft die Seelen der Kinder, vernach⸗ läſſigen die körperliche Pflege, veruntreuen das ihnen anver⸗ traute Gut.
Aber die Stellung der Hausfrau und Mutter ihrer Be⸗ deutung entſprechend frei und angeſehen zu geſtalten, für gründliche Dorbereitung Sorge zu tragen, wurde— Kusnahmen ſelbſtverſtändlich immer zugegeben— verſäumt. Das Geſetz iſt der beſte Gradmeſſer für die Durchſchnitts⸗Schätzung der Frau und der Mutter. Als Unmündige wurde ſie, ſobald ſie ſich verheiratete, bezeichnet, pekuniär vollſtändig abhängig war ſie ſelbſt dann vom Manne, wenn es ihr mit in die Ehe gebrachtes Geld war, das er nach Belieben verwandte. Selbſt für das, was er— gute RKüche beanſpruchend— am heimiſchen Tiſche ver⸗ zehrte, mußte ſie ſich das Geld von ihm oft genug noch erbitten, und bekam es zugleich mit Ermahnungen, nicht zu verſchwen⸗ den, ſo daß ſie ſich mühte, an allem, nur nicht an ſeinem Eſſen und Trinken— zu ſparen. Von einer Entlohnung für alle die Mühe und Arbeit iſt nirgends die Rede. In wenigen Familien kann die Frau nach eigenem Belieben über größere Geldſummen frei verfügen, ſelten nur denkt man daran, der Frau, die mit haus und Rindern Sorge und Arbeit hat von


