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der Frauennatur Gewalt antat, indem man ſie in Ausbildung und Berufswahl beſchränkte und einengte, ihr die Arbeit ſelbſt auf Gebieten verwehrte, die ihrer ganzen Art durchaus ent⸗ ſprachen— jetzt in das Gegenteil umſchlagen wollte. Ver⸗ kehrt wäre es, wenn man das Eindringen von Frauen in alle bisher nur von Männern geübte Berufe als heldentat preiſen und den Erfolg der Frauenbewegung geradezu danach be⸗ meſſen wollte, ob es recht vielen Frauen gelungen ſei, Männer aus den von ihnen bisher allein innegehabten Plätzen zu ver⸗ drängen ¹).
Daß ſolch eine Gefahr nahe liegt, iſt leicht erklärlich. Nahm der Mann ſich bisher alle Rechte, wies er die Frau — auch die ſchutzloſe, hungernde Frau— trotz all ihres Flehens hartnäckig zurück in ein heim, das z. T. nur in ſeinen Phantaſie⸗ gebilden exiſtierte, verweigerte er ihr die Möglichkeit freier Berufsausbildung, ſo iſt es menſchlich verſtändlich, daß ſolch hartes, engherziges Gebahren auch härte und Engherzigkeit auf der anderen Seite hervorrief. hatte der Mann niemals der Hunderttauſende von alleinſtehenden Frauen gedacht, hatte er gedanken⸗ und gewiſſenlos ſeine Macht als Geſetzgeber an erſter Stelle zu ſeinem eigenen Beſten gebraucht, warum ſollen die Frauen nun, da die Schranken, in die man ſie einengte, end⸗ lich gefallen, auf den Mann Rückſicht nehmen oder vielleicht auch auf ihre vom Manne ſicher ernährten verheirateten
¹) Als Illuſtration ſolcher Richtung diene folgende aus England ſtammende Mitteilung: Ein großer Ceil der Frauen iſt bereits in Gebiete eingedrungen, die bisher den Männern ausſchließlich vor⸗ behalten zu ſein ſchienen. Es gibt 86 Auktionatorinnen, 6 Krchi⸗ tektinnen, 39 Gerichtsdienerinnen, 316 weibliche Schmiede, 3071 Siegelſtreicherinnen, 3850 Schlächterinnen, 54 Schornſteinfegerinnen, eine Deckarbeiterin, 5170 weibliche Goldſchmiede, 9693 Druckerinnen, 1. ſ. w., i. ſ. w.


