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Die Frauenbewegung, ihre Ziele und ihre Bedeutung / von Elsbeth Krukenberg
Entstehung
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A leiß, ihrer Strebſamkeit, Gewiſſenhaftigkeit und Pünktlichkeit. Auch das Verhalten der Mädchen war bis jetzt beinahe durchaus tadelfrei: Namentlich ſind im Verkehr mit den Schü⸗ lern keine gröberen Verſtöße durch kokettes oder herausfor⸗ derndes Benehmen vorgekommen, und ſo hat auch die Ueber⸗ wachung des gegenſeitigen Verkehrs keine nennenswerten Schwierigkeiten gemacht. Sehr wünſchenswert iſt es, daß meh⸗ rere Schülerinnen in einer Klaſſe beiſammen ſind, und das iſt hier auch mit drei Ausnahmen erreicht. In den unteren Klaſſen iſt der Derkehr natürlich ein ganz harmloſer, und die Kon⸗ kurrenz von Mädchen wirkt auf die Schüler anſpornend. In den oberen Klaſſen haben wir von dieſer Wirkung noch wenig bemerken können, zumal wenn die Mädchen durch ihre ſchon vorgeſchrittenere Entwicklung ſich überlegen fühlen und die größere Reife auch von ihren Mitſchülern anerkannt wird. Dagegen dürfte wohl ihre Anweſenheit allgemein auf den Con in der Klaſſe mäßigend und ſittigend wirken. Daß einzelnen der älteren Mädchen ſtille huldigungen oder auch zarte kleine Kufmerkſamkeiten von Mitſchülern gewidmet werden, läßt ſich natürlich nicht verhindern und kommt häufig auch da vor, wo Schüler und Schülerinnen verſchiedene Anſtalten beſuchen. Den richtigen Takt, um plumpe Annäherungsverſuche zurückzuhalten, müſſen wir von der häuslichen Erziehung der Mädchen erwar⸗ ten, haben ihn aber bis jetzt noch nie vermißt.

Eine andere Frage iſt die, ob nicht durch den gemeinſa⸗ men Unterricht, der in der Wahl der Lektüre, namentlich der lateiniſchen, zunächſt für die Bildung des männlichen Geſchlechtes zugeſchnitten iſt, die in das weibliche Gemüt von der Natur gelegten zarteren Reime verkümmern, ob nicht feinere Blüten des weiblichen Empfindungslebens dadurch geknickt werden können. Dieſe Frage zu entſcheiden, kann ſich wohl ein An⸗